Japan 2016

Von Mitte November 2016 bis Mitte Januar 2017 hielt ich mich für zwei Monate beruflich in Japan, hauptsächlich in Tokio, auf. Neben der Arbeit nutzte ich die Zeit, um mir so viel wie möglich von Tokio und dem Land anzuschauen.

Tokio

Shinjuku

Shinjuku
Shinjuku

Shinjuku, einer von Tokios 23 Bezirken, ist das bedeutendste Verwaltungs-, Geschäfts- und Vergnügungszentrum Japans mit dem größten Wolkenkratzerviertel. Hier leben rund 339.000 Menschen. Neben den größten Hotels der Stadt steht hier auch das Tokyo Metropolitan Government Building mit seinen beiden über 240 Meter hohen Türmen, das die Verwaltung der Präfektur Tokyo beherbergt. Im 45. Stock beider Türme befindet sich jeweils eine kostenfrei zugängliche Aussichtsetage und die Aussicht auf ganz Tokio ist grandios.

Ginza

Auf dem Tsukiji Fischmarkt in Tokio
Auf dem Tsukiji Fischmarkt in Tokio

Ginza ist das Hauptgeschäfts- und Vergnügungsviertel im Stadtbezirk Chuo. Die namhaftesten Edel-Kaufhäuser Wako (das mit der Uhr) und Mitsukoshi haben ihren Sitz an der Kreuzung Chuo-dori und Harumi-dori. Am Wochenende wird die Chuo-dori für den Autoverkehr gesperrt und gehört allein den Fußgängern und Radfahrern, von denen es sogar erstaunlich viele in Tokio gibt. Auch wenn das nicht ungefährlich ist, denn sie stehen eher am unteren Ende der „Fortbewegungskette“. Die U-Bahn-Linie Ginza, die ihren Namen dem Stadtteil verdankt, ist die älteste U-Bahn in Tokio.

Ueno

Shitamachi Museum - Alter Spiritousenladen in Ueno, Tokio
Shitamachi Museum – Alter Spiritousenladen in Ueno, Tokio

Ueno ist das altstädtische Zentrum im nördlichen Tokio, das von den Bombardierungen des Krieges weitgehend verschont wurde. Es bildet so noch ein ursprüngliches und mit dem Park auch ein ruhiges Viertel inmitten Tokios. Zudem ist es ein historisches und kulturelles Zentrum mit Museen und geschichtsträchtigen Orten.

Odaiba

Am Strand von Odaiba mit der Rainbow Bridge im Hintergrund
Am Strand von Odaiba mit der Rainbow Bridge im Hintergrund

In meiner Erinnerung liegt Tokio am Meer. Doch leider habe ich davon bis jetzt nichts gesehen. Das änderte sich heute mit einem Besuch der in der Bucht von Tokio künstlich aufgeschütteten Insel Odaiba. Die Insel wurde 1996 eröffnet und ist heute ein boomendes, modernes Viertel, vor allem für junge Leute. Mit dem Fuji-TV-Gebäude, der Freihatsstatue und Strand lockt Odaiba viele Tagesausflügler und Erholungssuchende an.

Asakusa

Im Sensoji Tempel in Asakusa, Tokio
Im Sensoji Tempel in Asakusa, Tokio

Asakusa begann als düsteres Fischerdorf im Mündungsgebiet der Tokioter Bucht. Es kann auch als Zentrum von Shitamachi betrachtet werden, der Gegend, in der sich zu Edo-Zeiten herrenlose Samurai (Ronin) und Künstler niederließen. Heutzutage sollte Asakusa bei keinem Tokio-Aufenthalt fehlen. Der Sensoji-Tempel mit der riesigen roten Laterne am Eingang gilt als Wahrzeichen des historischen Tokios.

Ziele außerhalb Tokios

Nikko

Im Nikkō Tōshō-gū-Schrein
Im Nikkō Tōshō-gū-Schrein

Nikko (日光, Nikkō) liegt etwa 140 Kilometer nördlich von Tokio in den Bergen auf ca. 550 Meter Höhe am Eingang des Nikko Nationalpark. Der Ort ist bekannt für seine Tempel und Schreine, von denen einige durch die UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt sind. Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von 1.400 km² und hatte im Juni 2016 rund 82.700 Einwohner, zuletzt mit abnehmender Tendenz. Nikko ist in jedem Fall einen Besuch wert, auf Grund seiner Lage in den Bergen und den Sehenswürdigkeiten.

Kamakura

Im Hasedera Tempel in Kamakura
Im Hasedera Tempel in Kamakura

Kamakura ist eine ca. 50 km südwestlich von Tokio an der Sagami-Bucht gelegene Stadt, die an drei Seiten von Bergen umgeben ist. Die Fahrt mit dem Zug dauert von Tokio etwa eine Stunde. Mit den Tempeln und Schreinen Engaku-ji, Meigutsu-in, Kenchō-ji und Hase-dera – um nur einige zu nennen – bietet Kamakura viel Historie und Kulturgeschichte. Darüber hinaus kann man aber auch Zeit am Strand verbringen und einfach nur auf den Pazifik hinaus schauen.

 

 

Nara

Im Todai-ji Tempel in Nara
Im Todai-ji Tempel in Nara

Nara war die erste ständige Hauptstadt Japans. Davon zeugen heutzutage immer noch gewaltige Tempel und Schreine, die mittlerweile zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurden. Von Tokio aus dauert die Anreise ca. drei Stunden und von Kyoto etwa eine Stunde.

 

 

 

Kyoto

Im Kinkaku-ji Tempel in Kyoto
Im Kinkaku-ji Tempel in Kyoto

Ähnlich wie Nara bietet auch Kyoto Tempel und Schreine satt. Allerdings gibt es dazu noch eine gut erhaltene Burg und einen Teil der ursprünglichen Altstadt mit seinen kleinen, schmalen Gässchen obendrauf. In Kyoto stehen einige der am meisten fotografierten und bekanntesten Tempel Japans, unter anderem der Kinkaku-ju, Ryoan-ji und Ginkaku-ji.

 

 

 

Himeji

Die Burg von Himeji
Die Burg von Himeji

Die Burg Himeji ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke des 17. Jahrhunderts in Japan. Die Anlage, die insgesamt 38 Gebäude und 20 Türme zählt, gilt als das schönste Beispiel japanischen Burgenbaus. Der Beiname „Burg des weißen Reihers“ ist eine Anspielung auf ihre weißen Außenmauern und Dächer. Aus der Ferne erscheint ihre weiße Silhouette wie ein graziöser Reiher. Davon musste ich mich mit eigenen Augen überzeugen und ich wurden ich enttäuscht. Einzig das Wetter hätte etwas besser sein können.

Kurashiki

Lagerhaus in Kurashiki
Lagerhaus in Kurashiki

Auf der Fahrt von Himeji nach Hiroshima legte ich einen Zwischenstopp in Kurashiki ein. Irgendwo hatte ich gelesen, dass der Ort als eine der wenigen Städte Japans über eine pittoreske Altstadt verfügt. Am Bahnhof war davon jedenfalls nichts zu sehen. Aber nur zehn Minuten entfernt waren sie zu finden, die Lagerhäuser an einem alten Kanal, von denen ich gelesen hatte. Ein bisschen erinnert die Szenerie an Tönning in Schleswig-Holstein, nur auf japanisch.

Hiroshima

Der A-Bomb Dome in Hiroshima - Zeuge des Atombombenangriffs
Der A-Bomb Dome in Hiroshima – Zeuge des Atombombenangriffs

Die Stadt steht neben Nagasaki als das Mahnmal in Erinnerung an den Atombombenabwurf im Mai 1945. Im Peace Memorial Park erinnern einige Monumente und die Friedensglocke an das traurige Ereignis. Darunter auch das Kinderfriedensmonument. Dieses erinnert an die besondere Geschichte der zwölfjährigen Sadako, die 1.000 Papierkraniche faltete, um durch ein Wunder geheilt zu werden. Leider ging ihr Wunsch nicht in Erfüllung.

 

Miyajima

Torii im Itsukushima Schrein in Miyajima
Torii im Itsukushima Schrein in Miyajima

Das letzte Ziel meiner einwöchigen Reise war die Insel Miyajima. Miyajima, eine Insel ca. eine Stunde von Hiroshima entfernt, wird seit alten Zeiten wie ein Gott verehrt. Dieser Glaube, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde, beschützte den Itsukushima-Schrein, viele andere Schreine und Tempel sowie die einzigartige Kultur und die Natur der Insel. Miyajima zählt zusammen mit Amanohashidate und Matsushima zu den drei schönsten Landschaften Japans.

Weihnachten und Neujahr

Silvester im Sensoji Tempel in Asakusa, Tokio
Silvester im Sensoji Tempel in Asakusa, Tokio

Da Japaner überwiegend dem Shintoismus oder dem Buddhismus angehören, hat Weihnachten keinerlei religiöse Bedeutung für die Mehrheit der Bevölkerung. Allerdings werden das Shoppingerlebnis und die vorweihnachtlichen Bräuche gerne „mitgenommen“. So sind die Innenstädte weihnachtlich geschmückt, die japanischen Gärten werden toll illuminiert und überall dudelt die Weihnachtsmusik in den Shoppingtempeln. Es gibt sogar Stollen und Weihnachtsdekoration aus dem Erzgebirge zu kaufen. Neujahr dagegen ist der wichtigste Feiertag des Jahres. Doch bereits vorher kommt das öffentliche Leben komplett zum Erliegen. Sogar Behörden und öffentliche Einrichtung wie Museen und Ministerien sind meist schon vom 28. Dezember bis mindestens 3. Januar geschlossen.

Sumoturnier

Die Kämpfer der höchsten Liga betreten die Arena
Die Kämpfer der höchsten Liga betreten die Arena

Das letzte Highlight meines Aufenthalts in Japan war der Besuch eines Sumoturniers in Tokio. Das Turnier ist das erste von sechs großen (basho) in diesem Jahr in Japan. Es begann bereits am Sonntag und geht bis zum 22. Januar, also insgesamt zwei Wochen. Die unteren Divisionen beginnen ihre Kämpfe am Morgen und Vormittag eines Kampftages. Erst am Nachmittag treten die Kämpfer der obersten japanischen Liga an. Während eines Turniers finden über hundert Kämpfe statt.

Die von mir besuchten Orte im Überblick

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