Mallorca 2018

Anreise nach Mallorca

Wir beginnen unsere Reise nach Mallorca am 30. September 2018 in Köln. Unser Flug nach Palma de Mallorca wird von Eurowings durchgeführt. Allerdings ist die Kombination aus Flughafen Köln und Eurowings keine ideale. Ursprünglich soll der Flug 19.50 Uhr abheben. Doch bis eine halbe Stunde vorher gibt es gar keine Information, an welchem Gate wir uns einfinden sollen. Auch an den Anzeigetafeln gibt es keine Hinweise, weder zum Gate noch zur Abflugzeit, die sich ja anscheinend geändert haben muss. Nur über das Internet erfahren wir, dass sich der Abflug etwa eine Stunde verspäten wird. Etwa eine halbe Stunde vorher, es ist mittlerweile 20.30 Uhr, gibt es über die Lautsprecher endlich eine Durchsage zum Gate. Da wir bereits vorher die Information im Internet gefunden haben [wie auch immer sie dort hingekommen sein mag ;-)], sitzen wir bereits am Gate. Allerdings auf dem Fußboden, weil es nur sechs (!) Sitzgelegenheiten gibt. Nach und nach trudeln nun die Mitfliegenden ein. Also etwa 150 Passagiere, die auf einer Fläche von geschätzt 50 m² sammeln wollen.

Ankunft am Flughafen Köln
Ankunft am Flughafen Köln

Nun ja, wir sind endlich im Flieger, da wartet die nächste herbe Enttäuschung auf uns. Die Getränke und der übliche Snack sind noch nicht einmal im Preis inbegriffen. Leider wurden wir hierüber durch unser Reisebüro nicht informiert. Und aus den Reiseunterlagen ist nicht ersichtlich, welche Buchungsklasse wir auf diesem Flug haben. So ist das mittlerweile mit den Pauschalreisen. Das sind wir einfach nicht mehr gewohnt.

Gegen 23.30 Uhr landen wir in Palma de Mallorca. Hier geht alles sehr schnell, sodass wir kurz vor Mitternacht mit unserem Gepäck in Richtung Mietwagenverleih ziehen. Wir haben vorab im Internet über Check24 einen Mietwagen für unsere gesamte Aufenthaltsdauer von 10 Tagen bei Thrifty gebucht. Thrifty ist die Billigtochter von Hertz. Der Übernahmeprozess ist komplett digitalisiert und sehr effizient gestaltet, sodass wir zehn Minuten später bereits im Auto sitzen. Die Fahrt nach Colònia de Sant Jordi dauert um diese Zeit etwa 40 Minuten. Gegen ein Uhr treffen wir im Hotel ein. Hier erwartet uns bereits der Nachtportier. Das Einchecken ist ebenso unkompliziert wie bei Thrifty. Zu unserer Überraschung gibt es noch ein kleines Abendessen. Danach fallen wir todmüde ins Bett.

Colònia de Sant Jordi

Colònia de Sant Jordi ist ein ehemaliger Fischerort und gehört zur Gemeinde Ses Salines, die in der südöstlichen Ecke Mallorcas zwischen Santanyí und Campos liegt und ihren Namen den jahrtausendealten Salinen verdankt, die schon von den Römern genutzt wurden. Der Ort entwickelte sich durch die in der Nähe liegenden Strände von Es Trenc, Es Dolç, Es Carbó und ses Roquetes zu einem stark frequentierten Ferienort mit 2917 Einwohnern (2010).

Gewitter über Colonia de Sant Jordi
Gewitter über Colonia de Sant Jordi

Wie zur Zeit der Phönizier um 600 v. Chr. wird aus den rosafarbenen Lagunen der Salzgärten bis heute das weiße Gold gewonnen. Die Salinas de Llevant reichen bis weit ins Hinterland. Die schmalen, scheinbar nicht enden wollenden Kanäle bilden ein imposantes Panorama. Eingerahmt in salzresistente Pflanzen, den Halophyten, entstand eine einzigartige Landschaftsarchitektur, in der mehr als 150 Vogelarten leben. Ein Teil der Gemeinde Ses Salines wurde von der Balearenregierung zum Naturschutzgebiet von besonderem landschaftlichem Interesse erklärt.

Gewitterstimmung über den Salinen von Colonia de Sant Jordi
Gewitterstimmung über den Salinen von Colonia de Sant Jordi

Insgesamt lohnen sich Ausflüge in die nahe Umgebung, am besten mit einem Fahrrad, das man überall im Ort mieten kann. Dabei kann man auch weitere, recht einsame Strände entdecken, die man nur zur Fuß erreichen kann. Die herrlichen und ruhigen Strände, die alle von Naturschutzgebieten umgeben sind, gehören zu den größten Anziehungspunkten von Colònia de Sant Jordi. Hier kann man eines der schönsten und paradiesischsten Naturgebiete innerhalb des Ökosystems von Mallorca entdecken. Westlich schließt sich an Colònia de Sant Jordi der längste Naturstrand der Insel an, der Es Trenc. Ausgedehnte Pinienwälder rahmen die unter Naturschutz stehenden Strände ein. Das Küstengebiet mit seinen Felseninseln, unberührten feinen Sandstränden und seiner üppigen Vegetation wird von kristallklarem Wasser umspült.

Sonnenuntergang über Colonia de Sant Jordi
Sonnenuntergang über Colonia de Sant Jordi

Direkt an der Hafenpromenade von Colònia de Sant Jordi – der Hafen war früher der Hafen von Campos – laden zahlreiche Restaurants und Cafes zum Verweilen bei einheimischen Speisen und ganz besonders zu fangfrischen Fischgerichten ein. Wer sich ein Auto mietet, der erreicht in der Nähe viele schöne Orte wie Santanyí, Campos, Ses Salines, Cala D’Or und Cala Figurera.
Aus dem Sport- und Fischerhafen von Colònia de Sant Jordi starten Ausflüge zur nahe liegenden Insel Cabrera.

Colònia de Sant Jordi und Umgebung auf einen Blick

Hotel Isla de Cabrera

Unser Aparthotel & Hotel Isla de Cabrera
Unser Aparthotel & Hotel Isla de Cabrera

Das Hotel Isla de Cabrera wird in der Landeskategorie mit 4 Sternen eingestuft. Es liegt etwa 150 Meter vom nächsten Strand (am Hafen) und rund 900 Meter vom Platja d’es Trenc entfernt. Unser Zimmer mit voll ausgestatteter Küchenecke ist für vier Personen ausreichend groß. Es verfügt über ein getrenntes Schlafzimmer und einen großen Wohnraum mit besagter Küchenzeile sowie einen großen Balkon. Wir haben die Unterkunft mit Halbpension gebucht. So erwartet uns jeden Morgen und Abend ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Buffet mit sehr gut schmeckenden Gerichten.

Der Service und die Lage sind ausgezeichnet. Wir können das Hotel uneingeschränkt weiterempfehlen. Auch und gerade für Familien. Denn abends gibt es ab circa 18.30 Uhr Unterhaltung für die Kleinen mit Kinderschminken, Disco und Tanzen.

Unser Aparthotel & Hotel Isla de Cabrera
Unser Aparthotel & Hotel Isla de Cabrera

Sehenswürdigkeiten in und um Colònia de Sant Jordi

Informationszentrum des Nationalparks Archipiélago de Cabrera

Informationszentrum des Nationalparks Archipiélago de Cabrera in Colònia de Sant Jordi
Informationszentrum des Nationalparks Archipiélago de Cabrera in Colònia de Sant Jordi

Die vorgelagerten Cabrera-Inseln stehen zwar unter der Verwaltung der Stadt Palma, doch geografisch ist Colònia de Sant Jordi der nächstgelegene Ort. Hier legen auch die Boote nach Cabrera ab, und deshalb erschien es sinnvoll, das Informationszentrum über den Naturpark in Colònia einzurichten. Der Besucher erhält Informationen über die Schätze der Natur, denen Cabrera seine Ausweisung als Nationalpark verdankt. Es handelt sich um ein ausgesprochen empfindliches Ökosystem, und damit die hier lebenden Arten nicht gestört werden, kann vor Ort auf den Inseln lediglich ein eigens ausgewiesener Bereich rund um den Puerto de Cabrera besichtigt werden. Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund dieses Informationszentrum, in dem wir viel Wissenswertes über den Naturpark erfahren und seine Schätze aus der Nähe betrachten können.

So können wir in Aquarien viele Vertreter der Arten bewundern, die in den Gewässern rund um die Inseln heimisch sind. Ein weiterer Bereich des Zentrums ist dem Leben an Land gewidmet. Dabei werden Naturschätze und die Geschichte des Subarchipels in den Kontext der mediterranen Kultur gestellt. Das Hauptgebäude des Centro de Interpretación zum Beispiel ist einem Talayot (dickwandiger Turm mit zumeist zentraler Kammer) nachempfunden – einem der für Mallorca und Menorca so typischen Megalithbauten.

Ses Salines

erhielt seinem Namen von lokalen Salzablagerungen und Teichen, an denen sich viele Vogelbeobachter im Frühjahr treffen, um die Zugvögel auf ihrem Weg von Afrika nach Norden zu beobachten. Die Stadt hat mehrere gute Restaurants und am Rande der Stadt liegt ein 15 Hektar großer botanischer Garten, Botanicactus, der sich auf Kakteen spezialisiert hat. Der alte Teil der Stadt ist sehr interessant. Man findet hier eine wichtige prähistorische Ausgrabung, eine Kirche und einen Turm und einige Gebäude, die den typischen Stil des Dorfes beibehalten haben. Die Feste der Stadt spielen eine wichtige Rolle und ziehen jedes Jahr tausende von Menschen an. Ses Salines Spitze ist der südlichste Punkt der Insel mit einem phantastischen Blicke auf Cabrera und mit Möglichkeiten für gemütliche Spaziergängen auf den Klippen, die sie zu wunderschönen Sandstränden und Buchten führen.

Campos

Das vierzehn Kilometer entfernte Campos ist eine geschäftige Marktstadt, die an den Markttagen (jeden Donnerstag und Samstag) auflebt. Es ist ein freundlicher Ort mit einer Mischung aus interessanten Läden, Restaurants und der vermutlich besten Bäckerei der Insel. Hier gibt es auch einen sehr großen Supermarkt, indem wir mehrmals einkaufen.

Santanyí

Zehn Kilometer entfernt ist Santanyí, eine verschlafene Stadt, die wegen des Einflusses ausländischer Käufer kosmopolitisch geworden ist. Dadurch bietet sie eine Mischung aus traditionellen Läden und solchen mit Designereinrichtung sowie internationale Restaurants. Santanyís Märkte werden zweimal wöchentlich, mittwochs und samstags, auf dem Marktplatz abgehalten. Angeboten werden handgemachter Schmuck, Blumen, frische lokale Erzeugnisse und Lederwaren.

Porto Petro

Viele Leute durchqueren Porto Petro auf ihrem Weg zu anderen Orten. Dieser Ort ist es jedoch wert, dass man hier ein wenig Zeit verbringt, sei es auch nur für eine Tasse Kaffee in einem der Cafés in der Nähe der Marina.

Porto Colom

Porto Colom wurde nach Columbus benannt, der hier geboren sein soll. Es ist ein ruhiger Urlaubsort, der noch den Charme eines malerischen Fischerdorfes behalten hat. Es gibt viele Restaurants und Bars, besonders auf dem zentralen Dorfplatz, und ein paar kleine Buchten mit wunderschönem klaren Wasser, die zum Schwimmen geeignet sind.

Strände

Platja d’es Port

Sonnenuntergang über Colonia de Sant Jordi und dem Platja d'es Port
Sonnenuntergang über Colonia de Sant Jordi und dem Platja d’es Port

Obwohl dieser Strand in Konkurrenz zu den Stränden in der Umgebung – Es Trenc im Norden und Es Dolç im Süden – steht, wird dieser kleine, rund 160 m lange Strand in den Sommermonaten gerne besucht. Er liegt direkt links am Hafen von Colònia de Sant Jordi und bietet ein ausgezeichnetes Freizeitangebot. Hier kann man schwimmen, segeln, tauchen, Motor- und Tretboote mieten. Außerdem findet man hier am Hafen die Touristeninformation und Informationen über Ausflüge zur Nachbarinsel Cabrera sowie die besten Fischrestaurants von Colònia de Sant Jordi.

Am Platja d'es Port in Colonia de Sant Jordi
Am Platja d’es Port in Colonia de Sant Jordi

Für uns ist es unser Lieblingsstrand, da er vom Hotel aus in nur fünf Gehminuten erreichbar ist. Außerdem finden sich in unmittelbarer Umgebung auf der Promenade zahlreiche Restaurants, sodass zum Mittagessen immer für Abwechslung gesorgt ist.

Am Platja d'es Port in Colonia de Sant Jordi
Am Platja d’es Port in Colonia de Sant Jordi

Platja d’es Dolç

Der Platja d’es Dolç liegt östlich vom Hafen und ist zu Fuß über die 250 Meter lange Promenade, die entlang der linken Seite des Strandes d‘es Port führt, zu erreichen. Auch hier gibt es Liegen und Schirme zu mieten sowie eine kleine Imbissbude. Dieser Strand ist nicht so überlaufen wie der am Hafen und eher für Ruhe und Erholung suchende geeignet.

Etwa 300 Meter vor der Küste liegt die kleine Insel Na Guardis, wo archäologische Reste aus der Zeit der Punier gefunden wurden. Sehr empfehlenswert ist das Tauchen zwischen der Insel Na Guardis, Colonia de Sant Jordi und Es Dolç.

Platja d’es Coti

Der Platja d’es Coti liegt im Nordosten Colonia‘s direkt am Universal Hotel Marqués. Er ist klein, aber es gibt ein paar Liegen und Schirme. Von hier schauen wir uns den Sonnenuntergang an.

Sonnenuntergang am Platja d'es Coti in Colonia de Sant Jordi
Sonnenuntergang am Platja d’es Coti in Colonia de Sant Jordi
Sonnenuntergang am Platja d'es Coti in Colonia de Sant Jordi
Sonnenuntergang am Platja d’es Coti in Colonia de Sant Jordi

Platja d’es Trenc

Der Strand von es Trenc ist rund 900 Meter vom Hotel entfernt und zweifellos einer der schönsten Strände an der Küste von Mallorca, mit feinem weißen Sand und kristallklarem Wasser. Der Strand erstreckt sich im Nordwesten von Sa Ràpita bis zur Colònia de Sant Jordi im Südosten. Der Strand ist weitgehend naturbelassen und es befinden sich nur wenige Gebäude an der Uferlinie. Hinter dem langgezogenen Sandstrand liegen Salinen zur Meersalzgewinnung.

Ausflüge

Cala Figuera und Cala D’Or

Unsere erste Tour führt uns in den Inselosten. Wir sind sozusagen auf einer Revivaltour unserer Hochzeitsreise, die wir vor vielen, vielen Jahren in Cala D’Or verbrachten. Über Ses Salines und Santanyí gelangen wir recht schnell nach Cala Figuera, unserem ersten Ziel der heutigen Tour.

Cala Figuera

Cala Figuera
Cala Figuera

Cala Figuera („Feigen-Bucht“) liegt in einer zweiteiligen, fjordartigen Bucht und war ehemals der Hafen von Santanyí. Die beiden Wasserarme Caló d’En Boira und Caló d’En Busques bilden ein Y.

Cala Figuera
Cala Figuera

Am versteckten Ende des linken Armes liegen die Fischerhäuser mit ihren charakteristischen Bootsgaragen.

Bootsgaragen in Cala Figuera
Bootsgaragen in Cala Figuera

Cala D’Or

Cala d’Or („Goldene Bucht“) ist etwa 27 Kilometer von Colònia de Sant Jordi entfernt. Von Cala Figuera sind es nur rund 18 Kilometer über den ursprünglichen Fischerhafen Porto Petro.

Cala d’Or erstreckt sich über eine zerklüftete Klippenküste, die von vielen kleinen feinsandigen Buchten wie die Cala Serena, Cala Ferrera, Cala Esmeralda durchbrochen wird. Das Ortszentrum ist in den Sommermonaten sehr belebt, aber nicht so überfüllt wie andere touristische Zentren auf Mallorca. In den Fußgängerzonen reihen sich eine große Anzahl von Läden, Bars und Restaurants mit zum Teil internationaler Küche aneinander.

Die Marina Porto Cari in der Bucht Cala Llonga bietet exklusiven Yachten und Charterbooten gleichermaßen Liegeplätze und Schutz vor Stürmen sowie eine große Anzahl von Restaurants und Bars. Die Einfahrt in den Hafen per Schiff wurde früher durch die Festung Es Forti geschützt – heute die einzige historische Sehenswürdigkeit von Cala d’Or.

Viele Gebäude in Cala d’Or sind gemäß der mediterranen Tradition weiß gestrichen und entsprechen in ihrer flachen Bauweise dem kubischen Ibiza-Stil. Das ist nicht zufällig, denn der ibizenkische Architekt Josep Costa Ferrer, der die Ortschaft Anfang der 1930er Jahre plante, hatte sich von seiner Heimat inspirieren lassen.

Die in einem Naturschutzgebiet liegende, nicht weit entfernte Doppelbucht der Cala Mondragó empfiehlt sich für einen ausgedehnten Strandtag.

In Cala D’Or essen wir im Restaurant Hollywood Bar eine Kleinigkeit. Allerdings lässt der Service und die Qualität der Speisen sehr zu wünschen übrig. Wir müssen mehr als eine Stunde auf unser Essen warten, obwohl das Restaurant noch nicht einmal ansatzweise voll ist. Und dann schmeckt es noch nicht einmal.

Als Entschädigung gönnen wir uns Eis im Laden Cala D’Ice, das wirklich cremig und saulecker ist.

Unsere Tour im Überblick

Sóller

Der heutige Ausflug nach Sóller führt über kleine Straßen zunächst nach Randa und dem Santuari de Cura, weiter über die Örtchen Algaida, Sencelles und Inca in die Sierra de Tramuntana. Wir folgen der Straße durch die Berge von Lluc schließlich nach Sóller. Aber nun erstmal von Anfang an.

Randa

Die Fahrt führt durch Campos und von dort aus in nördlicher Richtung über schmale Sträßchen an Mandelhainen entlang in Richtung Randa. In Randa biegen wir nach rechts ab auf die Straße zum Puig de Randa. Der Puig de Randa, der oben abgeflachte Hügel in der Zentralebene, ist als der heilige Berg bekannt. Von Randa aus schlängelt sich die schmale Straße fünf Kilometer den Berg hinauf bis auf eine Höhe von 543 Metern über dem Meer. Hier liegt eines der drei Heiligtümer, das Kloster Nuestra Senora de Cura.

Santuari de Cura

Das Kloster Nuestra Senora de Cura ist das älteste der drei Heiligtümer und wurde 1275 gegründet. Die Bibliothek enthält eine Sammlung von alten Musikbüchern und mittelalterlichen Manuskripten.

Im Kloster Santuari de Cura
Im Kloster Santuari de Cura

Das Museum ist offen für Besucher, die durch das Ziehen an einer Glocke jeweils zur vollen Stunde, zwischen 10:00 und 13:00, und dann wieder zwischen 16:00 und 18:00, auf sich aufmerksam machen müssen. Ein Restaurant ist das ganze Jahr über geöffnet. Montag ist jedoch Ruhetag.

Im Kloster Santuari de Cura
Im Kloster Santuari de Cura

Von den großen Terrassen hat man eine fantastische Panoramasicht und es heißt, dass man an einem klaren Tag 32 Dörfer und Städte sehen kann.

Aussicht vom Kloster Santuari de Cura
Aussicht vom Kloster Santuari de Cura

Sierra de Tramuntana

Nach der Talfahrt setzen wir unsere Tour auf der Ma-5010 in Richtung Norden fort. Über Algaida und Sencelles gelangen wir nach Inca. Von hier folgen wir der Ma-2130 in Richtung Lluc. Am Mirador de sa Volta des Jurat halten wir und haben einen tollen Blick auf das kleine Örtchen Caimari, das am Fuße der Sierra de Tramuntana liegt.

Blick auf Caimari in der Sierra de Tramuntana
Blick auf Caimari in der Sierra de Tramuntana

In der Siedlung Baixada Urbanización es Guix teilt sich die Hauptstraße. Nach Osten gelangt man über die Ma-10 nach Pollença und zum Cap Formentor. In westlicher Richtung führt die Ma-10 über Fornalutx nach Sóller.

10 Kilometer hinter der Kreuzung sehen wir den ersten von zwei Stauseen, den Gorg Blau. Die Ma-10 verläuft hier am Westufer des Sees entlang. Der Stausee entstand Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre. Der Stausee mit seinem Fassungsvermögen von mehr als 7 Millionen Kubikmetern dient vor allem der Trinkwasserversorgung des Gemeindebezirks von Palma. Durch den stark gestiegenen Wasserbedarf ist die Staumenge heute jedoch nicht mehr ausreichend. Gemeinsam mit dem Wasser im Cúber, der 4,64 Millionen Kubikmetern fasst und den wir nach weiteren fünf Kilometern erreichen, würden die Wasservorräte nur für 58 Sommertage zur Deckung des Wasserbedarfs genügen. Zwischen den beiden Stauseen liegt rechter Hand Mallorcas höchster Berg, der 1436 m hohe Puig Major.

Sóller

Nach weiteren rund 20 Kilometern erreichen wir am frühen Nachmittag unser heutiges Tourziel Sóller. Wir suchen uns einen Parkplatz, ziehen ein Parkticket und machen uns erst mal auf die Suche nach einem Restaurant.

Der Rote Blitz in Sollér
Der Rote Blitz in Sollér

Fündig werden wir kurze Zeit später. Im Red Fort II, einem indischen Restaurant direkt gegenüber des Gran Hotel Sóller und der Markthalle nehmen wir auf einem Balkon mit Blick zu diesen beiden Gebäuden Platz und lassen es uns gut schmecken. Die Auswahl an Gerichten ist riesig, der Geschmack absolut in Ordnung und die Preise angemessen. So lässt es sich aushalten.

In der Altstadt von Sóller
In der Altstadt von Sóller

Nach dem Essen schauen wir noch nach dem Roten Blitz, einer Schmalspurbahn, die Palma de Mallorca mit Sóller verbindet. Die Bahn, die seit 1912 ihren Dienst verrichtet, ist nicht nur bei Eisenbahnromantikern beliebt.

Die Strecke, die zurückgelegt werden muss, einzigartig. Denn die Eisenbahn muss die Sierra de Alfàbia auf einer Länge von 2,8 Kilometern und über eine Höhe von 496 Metern überwinden. Hierzu legt die Eisenbahn auf einer Länge von nur sieben Kilometern einen Höhenunterschied von 199 Metern zurück. Sie durchfährt auf ihrem Weg nach Sóller über die Sierra de Tramuntana insgesamt 13 Tunnel, deren Länge zwischen 33 bis 2.876 Meter beträgt, fährt über mehrere Brücken, unter anderem über das Viadukt Cinc-Ponts mit fünf Bögen von einer Höhe von acht Metern, und windet sich um zahlreiche Kurven und Biegungen, die teilweise einen Radius von weniger als 190 Metern haben. Die Fahrt von Palma de Mallorca nach Sóller dauert etwa eine Stunde. Bei Interesse empfiehlt es sich im Voraus zu buchen, da die Fahrten sehr beliebt und trotz der hohen Preise schnell ausgebucht sind.

Um Sóller mit dem Hafen Port de Sóller zu verbinden, wurde 1913 die erste elektrische Straßenbahn eingeweiht. Die Trassenlänge beträgt knapp fünf Kilometer. Die Straßenbahntrasse führt mitten durch das Zentrum Sóllers, sodass man der Bahn an allen Ecken begegnen kann.

Die Straßenbahn in Sóller
Die Straßenbahn in Sóller

Als wir nach einer kleinen Stadtbesichtigung zurück zum Auto kommen, haben wir ein Knöllchen am Auto. Wegen Überschreiten der Höchstparkdauer. Nun gibt es zwei Lösungen. Entweder wir bezahlen das Ticket sofort, dann sind nur 15 Euro (Annullierungsgebühr) fällig, oder wir überweisen später und müssen 60 Euro bezahlen. Wir entscheiden uns natürlich für die günstigere Sofort-Variante. Doch wie und wo kann man bezahlen?

Eine kurze Recherche im Internet ergibt, dass es direkt – wen wundert’s – neben den Parkticketautomaten eigene Automaten zum Bezahlen der Knöllchen gibt. Leider akzeptieren die nur Bargeld in passender Höhe, das wir gerade nicht zur Hand haben. Also fragen wir ein paar Einheimische nach Wechselgeld. Doch leider können (oder wollen) sie uns nicht helfen. Stattdessen bedenken sie uns nur mit hämischem Gelächter. Wir steigen nun erstmal ins Auto und suchen eine Tankstelle, wir unser Geld wechseln können. Dann gelingt es uns irgendwie das Knöllchen zu bezahlen.

Nun müssen wir nur noch das bezahlte Knöllchen zusammen mit dem Zahlungsbeleg in einen beiliegenden Umschlag eintüten und in den Parkscheinautomaten einwerfen. Leider gibt es keinen Schlitz, in den wir das Tütchen einwerfen können. Es ist echt zum Verzweifeln. Wir steigen wieder ein und zuckeln wieder los, diesmal auf der Suche nach einem weiteren Parkplatz mit weiteren Automaten, in der Hoffnung der Schlitz ist nicht verschlossen. Nach einigen Minuten Kurverei durch die engen Altstadtgassen Sóllers werden wir fündig und den Strafzettel los.

Nun geht es auf dem schnellsten Weg über Bunyola und die Autobahn nach Colònia de Sant Jordi zurück.

Unsere Tour im Überblick

Bootsausflug zu den Stränden Platja d‘es Dolç und Platja d’es Carbó

Bootsausflug in die Buchten um Colonia de Sant Jordi
Bootsausflug in die Buchten um Colonia de Sant Jordi

An einem der erholsamen Strandtage mieten wir am Platja d’es Port in Colònia de Sant Jordi bei der Firma EXCURSION BOAT S.L. ein kleines Motorboot für eine Stunde. Die Preise (45 Euro für eine Stunde) und der Service (man spricht gut Englisch und ein wenig Deutsch) sind absolut in Ordnung. Die Boote sind in einem guten Zustand, soweit wir das beurteilen können.

Mit unserem kleinen Boot fahren wir in Richtung Osten zu den Stränden Platja d‘es Dolç und Platja d’es Carbó. Zwischendurch springen wir immer mal wieder ins Wasser, um uns abzukühlen und einfach das herrlich klare Wasser weit abseits vom Trubel zu genießen. Auf dem Weg zurück umrunden wir die kleine Insel Na Guardis, wo archäologische Reste aus der Zeit der Punier gefunden wurden.

Bootsausflug in die Buchten um Colonia de Sant Jordi
Bootsausflug in die Buchten um Colonia de Sant Jordi

Wir umfahren auch noch die erste Landzunge nach der Hafenausfahrt, um einen schönen Blick auf Colònia de Sant Jordi und seinen Leuchtturm von der Seeseite aus zu erhaschen.

Fira d‘Alcúdia

In der Mallorcazeitung entdecken wir, dass heute Fira d‘Alcúdia (übersetzt bedeutet Fira etwa so viel wie Kirmes, Jahrmarkt oder Rummel) stattfindet. Also beschließen wir kurzerhand, gerade auch weil wegen des regnerischen Wetter Strand nicht in Frage kommt, dorthin zu fahren. Was wir nicht bedenken ist, dass bereits tausend Andere auf den gleichen Gedanken kommen. Das merken wir allerdings erst, als wir schon mehrere Kilometer vor Alcúdia im Stau stehen. Nach mehr als einer Stunde im Stau erreichen wir schließlich leicht entnervt einen großen Parkplatz auf einem Feld, gegenüber der Kirche von Alcúdia (Església de Sant Jaume).

Der Name Alcúdia kommt von dem arabischen „Al-Qudya“ und bedeutet „der Hügel“, was auf die Lage des historischen Stadtkerns hinweist, der auf dem Bergsattel zwischen der Bucht von Pollença und der Bucht von Alcúdia liegt, welche durch eine flache Bergkette voneinander abgetrennt sind.

Alcúdia ist einer der beliebtesten Urlaubsorte auf Mallorca. Zusammen mit den Ortsteilen Port d’Alcúdia, Platja d’Alcúdia, Mal Pas – Bonaire, Marina Manresa und Son Fe hat die Gemeinde Alcúdia etwa 20.000 Einwohner. Dabei verzückt Alcúdia selbst vor allem durch sein historisches Stadtzentrum mit der mittelalterlichen Stadtmauer rund um die Altstadt sowie mehreren mächtigen Stadttürmen und Stadttoren. Archäologische Funde belegen, dass das Gemeindegebiet Alcúdia bereits ab 2000 v. Chr. besiedelt war.

Der innere Bereich der Stadtmauer ist noch sehr gut erhalten – auch wenn im September ein Teil einstürzte – und Teile davon sind begehbar. Ein Spaziergang auf der Mauer lohnt sich allein wegen des Ausblicks auf die Dächer der Stadt und die Umgebung. Neben der Stadtmauer sind noch zwei Stadttore erhalten: die Porta de Sant Sebastià und die Porta de Xara.

Església de Sant Jaume

Die Església de Sant Jaume d'Alcúdia
Die Església de Sant Jaume d’Alcúdia

Die in neugotischem Stil errichtete Pfarrkirche Sant Jaume steht am Südwestrand der Altstadt in einer Lücke der Stadtmauer. Sie wurde zwischen 1882 und 1893 errichtet, nachdem der Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert im Jahre 1870 zusammengebrochen war. Die Kirche ist dem Heiligen Jakob geweiht.

Fira d’Alcúdia

Bereits in der breiten Straße neben der Església de Sant Jaume stehen die ersten Kirmesbuden und Fahrgeschäfte, sehr zur Freude unserer Kinder. Trotz ihrer Ungeduld schaffen wir es, uns zunächst einen Überblick über die vorhandenen Angebote zu verschaffen. Danach gibt es allerdings kein Halten mehr. Einige großen Spaßversprechende Fahrgeschäfte werden freudestrahlend ausprobiert. Danach lockt uns großer Hunger zu den verschiedensten Ständen mit Leckereien. Anschließend bummeln wir ein wenig durch die sehenswerte Altstadt, bevor wir wieder den Rückweg antreten.

Rumdestille Jordi Perelló, Schuhmanufaktur Tony Mora und Bodegas José L. Ferrer

Unser letzter Ausflug führt uns in den Westen der Insel. Die erste Station liegt in einem unscheinbaren Industriegebiet von Calvià. Der Grund für dieses etwas seltsam anmutende Ziel ist Rum. Und zwar nicht irgendeiner, sondern Ron Prohibido um genau zu sein. Im Eiscafé Heladeria Colonial in Colònia de Sant Jordi sah ich an der Bar eine Flasche von diesem Rum stehen und entdeckte, dass dieser aus Mallorca stammt. Mir war bis dahin nicht bekannt, dass auf Mallorca auch Rum hergestellt wird. Also wollte ich gern dieser Spur nachgehen. Und so landen wir nach etwa einer guten Stunde (rund 80 Kilometer) Fahrt an Palma de Mallorca vorbei, weiter in Richtung Peguera und Port d’Andratx schließlich im Industriegebiet von Calvià.

Destille Jordi Perelló

Die Destille Jordi Perelló ist nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Wie in einem Industriegebiet üblich stehen hier viele größere und kleinere Werkshallen. Manche mit Booten davor. Aber an dieser Halle deutet nichts auf eine Rumdestille hin. Aber ein Klingeln bringt Licht ins Dunkel.

Der Eingang der Rumdestille Jordi Perelló
Der Eingang der Rumdestille Jordi Perelló

Wir werden freundlich hereingelassen und kurze Zeit später erklärt und uns der Inhaber kurz die Geschichte der Destille und seine Produkte. Die Destille blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Familie widmete sich jahrhundertelang der Weinherstellung im Dorf Llubí (Mallorca), bis die Reblaus die Weinberge zerstörte. Aus diesem Grund gaben die Vorfahren die Weinherstellung auf und widmeten sich der Likörherstellung. 1882 gründeten sie die Destille und die Produktion von Likören begann. Im gleichen Jahr begann auch die Produktion von Brandy (zu der Zeit als Cognac bekannt), Rum, Bendito Liquor und vielen anderen Spirituosen.

Die Produktion blieb in Llubí, die Weingüter wurden aufgegeben und zwei Häuser gekauft, die bis 1940 als Brennereien dienten. In diesem Jahr wurden aufgrund der gestiegenen Nachfrage und von Platzmangel neue Räume in Palma gebaut. 1999 zog die Destille erneut um, in ein neues Gebäude in Calvià, das speziell für die Bodega und die Brennerei entworfen und gebaut wurde.

In der Rumdestille Jordi Perelló
In der Rumdestille Jordi Perelló

Hier wird unter anderem der Rum im so genannten Solera-Verfahren hergestellt. Dazu dienen die großen Eichenfässer, die im hinteren Teil des Verkaufsraums zu sehen sind. Bei einem Solera-System werden mehrere Reihen Fässer übereinander gestapelt.

Rumfässer für das Solera-Verfahren in der Rumdestille Jordi Perelló
Rumfässer für das Solera-Verfahren in der Rumdestille Jordi Perelló

Die unteren Fässer (solera = am Boden liegend) enthalten jeweils den ältesten Rum. Aus der untersten Reihe werden für die Abfüllung rund 30 % Rum entnommen. Aufgefüllt wird dieses Fass daraufhin aus der Reihe darüber und so weiter. Ist die oberste Reihe leer wird neuer Rum eingefüllt. Der abgefüllte Rum ist also schon während der Lagerung ein Verschnitt von jungen und alten Rums. Dieses Blenden während der Lagerung sorgt für eine stabile Qualität und einen konstant guten Geschmack des Rums. Dennoch wird auch auf Solera-Rums meistens eine Jahresangabe auf den Flaschen angegeben.

Wir dürfen den Rum vor dem Kauf auch kosten, leider muss ich noch fahren und sehe daher davon ab. Einige Wochen später – wir sind längst wieder zu Hause – gönne ich mir ein Glas. Und merke schnell, dass ich unbedingt hätte probieren sollen. Der Rum schmeckt definitiv nicht. Schade eigentlich. Aber da bleibe ich lieber bei mittelamerikanischen und karibischen Rumsorten (z. B. Brugal, Malteco, Zacapa & Co.). Immerhin kostet eine Flasche nur 18 Euro und damit ist der „Verlust“ verschmerzbar.

Zum Abschluss schießt der Inhaber noch ein tolles Familienfoto zur Erinnerung.

Mittagspause in Alaró

Von Calvià fahren wir weiter in Richtung Alaró. Auf dem Weg dorthin bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf die fantastische Landschaft.

Die wunderschöne Landschaft zwischen Calvià und Alaró
Die wunderschöne Landschaft zwischen Calvià und Alaró

Alaró erreichen wir pünktlich zur Mittagspause. Direkt am Marktplatz, dem Mittelpunkt des Ortes, finden wir das Restaurant Ca’n Punta, wo wir eine Kleinigkeit essen.

Das schmucke und geschäftige Örtchen Alaró liegt in einem ruhigen Tal am Südhang der Sierra de Tramuntana. Obwohl ein recht kleines touristisches Ziel, hat Alaró seinen Besuchern viel zu bieten. Die alte Architektur und seine engen, gepflasterten Gassen strahlen einen eigenen, traditionellen Charme aus.

Restaurant Ca'n Punta in Alaró
Restaurant Ca’n Punta in Alaró
Marktplatz im Herzen von Alaró
Marktplatz im Herzen von Alaró

Bekannt ist Alaró vor allem wegen des gleichnamigen Castell d’Alaró, dass auf einer Höhe von 824 Meter über dem Meer eine ausgezeichnete Rundsicht bietet.

Ursprünglich Teil eines arabischen Gehöfts namens „Oloron“ stammt die erste geschichtliche Erwähnung Alarós aus der Zeit der katalanischen Eroberung von Mallorca im 13. Jahrhundert. Das Handwerk spielte seit jeher eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Alaró.

Das größte Produktionsgewerbe in Alaró ist die Schuhmacherei. Auf ihrem Höhepunkt waren 30 Fabriken hier ansässig und beschäftigten mehr als 2000 Mitarbeiter. Heute beheimatet Alaró immer noch die Werkstatt von Tony Mora, der weltweit für seine handgefertigten Cowboystiefel berühmt ist. Und die schauen wir uns als nächstes an.

Schuhmanufaktur Tony Mora in Alaró

Die Schuhmanufaktur Tony Mora ist – wie die Destille Jordi Perelló – nicht leicht zu finden. Wir fahren auf der Carretera de Alaró in Richtung Binissalem und beim ersten Mal direkt an einer unscheinbaren weißen Fabrikhalle vorbei. Nur ein kleines Schild „Tony Mora Apache Cowboy S.L.“ verrät, dass man sich nicht verfahren hat. Im Eingangsbereich steht ein bequemes, weinrotes Sofa aus vergangenen Zeiten. Im Büro rechts kümmert sich niemand um Ankömmlinge. Einen Empfang gibt es nicht. Die Türe links zum Shop klingelt beim Öffnen wie der Eingang eines Tante-Emma-Ladens.

Drinnen zeigen sich traumhaft schöne Lederstiefel in Glaskästen und auf Regalen. Es kann ein paar Minuten dauern, bis Verkaufsleiter Tolo Salom sich hierher bequemt. Man kann sich in Ruhe umsehen, die Schuhe befühlen und an ihnen riechen. Wer will, öffnet selbst die Hintertür und erkundet auf eigene Faust die Produktionsräume.

Produktionshalle der Schuhmanufaktur Tony Mora in Alaró
Produktionshalle der Schuhmanufaktur Tony Mora in Alaró

Alles rund um Tony Mora ist hemdsärmeliges mallorquinisches Understatement. Der Factory Shop ist der einzige Ort auf Mallorca, an dem man die berühmten Boots bekommt. Örtliche Edel-Boutiquen werden ausdrücklich nicht beliefert.

Generell verlässt sich der Firmenchef Tolo Cardell fast gänzlich auf den Online- und Exporthandel mit ausgesuchten Händlern, die dem Image der Marke gerecht werden. Stark vertreten ist die Marke in den Benelux-Ländern, mit einem eigenen Shop in Almere (Niederlande). Beliefert werden Händler in der ganzen Welt, traditionell viele britische und deutsche, aber z. B. auch die brasilianische Luxus-Kette Daslu. Tony Mora Stiefel und Stiefeletten werden in limitierter Stückzahl hergestellt. So verlassen beispielsweise nie mehr als 50.000 Stück jährlich das Lager.

Den besten Service bekommt man, wenn man – wie wir – nach Alaró fährt und selbst in die Cowboystiefel schlüpft. Nur so kann man sicher sein, dass die Schuhe wie angegossen passen.

Der Kunde bekommt, was er will: Adlerflügel statt einem Schlagen-Muster, rote Farbstreifen statt schwarzen, höhere oder niedrigere Absätze – oder ganz neue Stiefel nach individuellen Vorstellungen. Die Preise bewegen sich zwischen 200 und 2.300 Euro für ein Krokodilleder-Stiefelpaar der Extraklasse. Vierzig Prozent der Schuhe sind maßgefertigte Exemplare, die per Luftpost an die Heimatadresse der Kunden verschickt werden. Circa 1,5 Monate muss sich der Käufer – der den Gesamtbetrag vorab entrichtet – nach der Bestellung gedulden.

In der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró
In der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró

Die aufwendige Produktionsmethode und die ausgesuchten Materialien garantieren einen hervorragenden Sitz- und Tragekomfort, Langlebigkeit und rechtfertigen den Preis. Beispielsweise benötigt jeder Tony Mora Cowboystiefel an die 100 Produktionsschritte.

Das Gros der Arbeiter ist seit über 25 Jahren in der Firma; viele Maschinen und das Know-how sind seit beinahe 80 Jahren unverändert. Verlässt ein altgedienter Schuster den Betrieb, muss er seinen Nachfolger ein Jahr lang einarbeiten. Moderne Leder-Schnitt-Maschinen machen die Puzzleteile der Boots noch passgenauer. Die Sohlen entstehen streng nach dem Goodyear-Verfahren, werden doppelt vernäht, geklammert und mit hochwertigen Kork-Kugeln gestopft.

In der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró
In der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró

Das entscheidende Qualitätsmerkmal von Tony Mora ist die Kombination einer separaten Leder-Innen- und Außenhaut. Diese Technik lässt den Fuß natürlich atmen wie in kaum einem anderen Schuh. Im Hochsommer bleiben die Füße im Stiefel kühl, im Winter absorbiert das Innenleder die Körperwärme und gibt sie an die Füße zurück.

Alte Nähmaschine der Firma Adler in der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró
Alte Nähmaschine der Firma Adler in der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró

Die einst so stolze mallorquinische Schuhindustrie hat Tolo Cardell’s Meinung nach zwei entscheidende Fehler begangen: Zu große Abhängigkeit vom Verkauf durch das Kaufhaus „Corte Inglés“ (vergleichbar mit Kaufhof in Deutschland) und Vernachlässigung der eigenen Verkaufsförderung. Deshalb sind die Stiefel auf den bekanntesten Catwalks in Paris, Mailand, Düsseldorf, New York und Barcelona zu sehen, auch an den Füßen zahlreicher nationaler und internationaler Berühmtheiten. Dazu gehören Rock ‘n Roll-Star Mick Jagger ebenso wie die Herzogin von Cambridge.

Den Namensgeber „Antonio Mora“ gibt es wirklich. Er ist ein mallorquinischer Schuhmacher, der heute knapp 80 Jahre alt ist. Er begann mit Cowboystiefeln zu handeln, die sein Vater auf Mallorca experimentell produzierte. Das Produkt kam gut an, ein Familienbetrieb entstand, dem sich Tolo Cardell 1988 anschloss. Ursprünglich hatten amerikanische Besucher die mallorquinischen Schuster in die Geheimnisse der Cowboystiefel eingeweiht. Heute zeigen ihnen die Mallorquiner, wo es langgeht mit den „Vaqueros“.

In der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró
In der Schuhmanufaktur von Tony Mora in Alaró

Alarós engster Nachbarort ist Binissalem. Er ist deutlich kleiner als Alaró und besteht eigentlich nur aus einer Hauptstraße. Aber dort ist die Bodega José L. Ferrer ansässig, der wir nun einen Besuch abstatten.

Bodegas José L. Ferrer in Binissalem

José Luis Roses Ferrer führt heute in vierter Familiengeneration die größte Bodega Mallorcas. Sein Urgroßvater gründete 1930 mit zarten dreiundzwanzig die Bodega. Bereits zwei Jahre später führte er die Flaschenabfüllung ein. Ein für damalige Zeiten revolutionäres Konzept, das rückblickend eines der heutigen Erfolgsgeheimnisse darstellt.

Auch damals schon war der Tourismus einer der Umsatzförderer. In den frühen sechziger Jahren, war Stammvater José Luis einer von drei Gründern des legendären Hotels Castillo Son Vida. Die Verbundenheit zum Nobelvorort Palmas ist bis heute erhalten geblieben. Heute, 85 Jahre nach Gründung, ist die Bodega Marktführer im mallorquinischen Weinbusiness. Zwischenzeitlich wurde die alte Produktionsstruktur mit topmoderner Kellertechnik verbunden.

Die Bodega José L. Ferrer in Binissalem
Die Bodega José L. Ferrer in Binissalem

Besonders hervorzuheben bei Ferrer ist der lange Fasskontakt, den man dem Rebensaft gönnt. Das sehenswerte Lager ist Bestandteil einer jeden Besichtigungstour. 300 neue Barriques kommen jährlich hinzu. Vermutlich bestellt allein Ferrer mehr Holzfässer als alle Inselbodegas zusammen. Sie werden in der ganzen Welt aus verschiedenen Hölzern und mit unterschiedlich starker Toastung gekauft. Gerne mal aus China und wegen der besseren Stapelfähigkeit auch mal quadratisch. Mit beiden letzteren Experimenten hatte man aber nicht viel Erfolg.

Leider kann ich auch hier keinen Wein probieren, da ich ja – wie bereits erwähnt – der einzige Fahrer auf unserem Ausflug bin. Aber bei José L. Ferrer kann man auch so nichts falsch machen. Zudem habe ich bereits in der Vergangenheit einige Weine von ihm probiert, sodass ich weiß, auf was ich mich einlasse. Ich gönne mir zwei Flaschen Rotwein für zu Hause.

Mittlerweile ist es später Nachmittag und uns zieht es zurück zum Hotel. In der Hoffnung, vielleicht noch eine kurze Runde im Pool zu drehen, nehmen wir den schnellsten Weg zurück nach Colònia de Sant Jordi. Aber bereits vor Campos sehen wir dunkle, nichts Gutes verheißende Gewitterwolken am Horizont aufziehen. Als wir schließlich an den Salinen kurz vor Colònia de Sant Jordi sind, stehen kohlrabenschwarze Wolken über dem Ort. Zusammen mit den schneeweißen Salzbergen der Salinen und den roten Salzbecken gibt das fantastische Kontraste und eine einmalige Stimmung. Die versuche ich, so gut es mir möglich ist, fotografisch einzufangen. Kaum sind wir im Hotel angelangt, bricht auch schon das Gewitter los. Und zwar so kräftig, dass es zu einem Stromausfall kommt und die Straße vor dem Hotel knietief unter Wasser steht.

Gewitterstimmung über den Salinen von Colonia de Sant Jordi
Gewitterstimmung über den Salinen von Colonia de Sant Jordi

Unsere Tour im Überblick

Palma de Mallorca

Da unser Rückflug erst gegen 17 Uhr startet, haben wir am letzten Tag noch Zeit, uns Palma de Mallorca anzusehen. Wir parken direkt an der Uferpromenade gegenüber dem Hafen in einem Parkhaus. Der Ausgang liegt direkt zu Füßen der markanten und weit sichtbaren Kathedrale.

Die Kathedrale La Seu von Palma de Mallorca
Die Kathedrale La Seu von Palma de Mallorca

Die Stadt Palma wurde im Jahre 1983 die Hauptstadt der Balearen. Es heißt, dass sie nach den Dutzenden von Palmen benannt wurde, die von den Marokkanern aus Nordafrika eingeführt wurden. Die Stadt hat circa 300.000 Einwohner, fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung der Insel. Palma ist eine lebendige und kosmopolitische Hauptstadt voller Kultur. Wegen der historischen Gebäude, der Kathedrale, der Uferpromenade, des Hafens und seiner Fülle an ausgezeichneten Restaurants und Bars wird Palma manchmal als „‚kleines Barcelona“ bezeichnet.

Die Kathedrale

Die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca
Die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Die Kathedrale der Heiligen Maria in der spanischen Hafenstadt Palma, der Hauptstadt der Baleareninsel Mallorca, ist die Bischofskirche des Bistums Mallorca. Sie wird im Volksmund oft einfach La Seu genannt, der katalanische Ausdruck bedeutet „der Bischofssitz“. Bei ihr handelt es sich um eine Kathedrale im gotisch-levantinischen Stil (der durch einen Grundriss im deutschen Stil gekennzeichnet ist) mit dem größten gotischen Rosettenfenster der Welt, das auch als „das gotische Auge“ bekannt ist. Ihr Kirchenschiff ist zudem eines der höchsten der gotischen Kathedralen Europas.

Die Grundsteinlegung der Kathedrale erfolgte schon 1230 durch König Jaume I. Aber erst im 16./17. Jahrhundert wurde der Bau vollendet. Die heutige Form erhielt die Kathedrale erst 1904 durch den Architekten Antoni Gaudí. Das Innere der Kathedrale umfasst eine Fläche von etwa 6600 m² und hat eine Höhe von 44 Metern. Das Gewölbe wird von 14 Säulen getragen. Sehr eindrucksvoll sind die sieben Fensterrosen.

Portal der Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca
Portal der Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Baños árabes (Die arabischen Bäder)

Türschild der Baños árabes in Palma de Mallorca
Türschild der Baños árabes in Palma de Mallorca

Die Baños árabes sind eines der beliebtesten und meistbesuchten Freilichtmuseen in Palma de Mallorca. Der historische Thermalkomplex gehört zu den ältesten und besterhaltenen architektonischen Zeugnissen der 300-jährigen maurischen Herrschaft auf der Balearen Insel.

Die Errichtung der mittelalterlichen Bäderanlage wird auf den Zeitraum vom 10. Jahrhundert bis zum 12. Jahrhundert datiert. Diese Zeit war von einer regen Bautätigkeit geprägt, die im Anschluss an die arabische Besetzung von Mallorca Anfang des 10. Jahrhundert einsetzte.

Im Jahre 902 wurde die balearische Insel von einem maurischen Heer unter der Führung von Isam Al-Jaulani erobert. Diese Besetzung erfolgte im Auftrag von Abd Allah ibn Muhammad, dem siebten Emir des umayyadischen Emirates von Córdoba, das in den Jahren von 756 bis 929 auf der Iberischen Halbinsel bestand.

Isam Al-Jaulani wurde zum ersten islamischen Gouverneur (Wali) von Mallorca ernannt. Unter seiner Herrschaft setzte eine massive demografische und urbane Expansion in der Inselmetropole ein, die von seinen Nachfolgern in den darauffolgenden Jahrzehnten weitergeführt wurde.

Während dieses Baubooms wurden in der Inselhauptstadt eine Vielzahl von neuen Moscheen, Häusern, öffentlichen und privaten Bädern, Gärten und Palästen errichtet.

Das mallorquinische Herrenhaus gehörte seit dem 18. Jahrhundert der Familie Fontirroig und ging später in den Besitz der Familie Morell über. Ursprünglich bildeten der Stadtpalast und der dazugehörige Garten ein einziges, zusammenhängendes Grundstück.

In den Baños árabes in Palma de Mallorca
In den Baños árabes in Palma de Mallorca

Die Grünanlage ist zu allen Seiten hin von einer hohen Mauer umgeben und von außen her nicht einsehbar. Sie ist nur über einen unscheinbaren Seiteneingang zugänglich, ein mit einem hufeisenförmigen Bogen geschmücktes Portal im neoarabischen Stil.

Der Eingang der Baños árabes liegt in dieser ruhigen Seitenstraße in Palma de Mallorca
Der Eingang der Baños árabes liegt in dieser ruhigen Seitenstraße in Palma de Mallorca

Die Baños árabes waren im Mittelalter Teil einer größeren, privaten Bäderanlage, von der heute nur noch zwei Gebäude erhalten sind.

Das Hauptgebäude ist das Caldarium oder Hammam, das eigentliche Dampfbad. Hier schwitzten die Besucher in heißem Wasserdampf. Dieser Raum ist ein rechteckiges, 25 Quadratmeter großes Gebäude. Den Mittelpunkt des Saales bilden 12 quadratisch angeordnete, prunkvoll dekorierte Säulen, die durch hufeisenförmige Bögen miteinander verbunden sind.

Die Säulen tragen ein aus Ziegelsteinen gemauertes Kuppelgewölbe mit 6 runden Löchern, durch die das Sonnenlicht in den Raum fällt und der Wasserdampf nach außen abziehen konnte und die für Frischluftzufuhr sorgen. Der Raum besitzt einen doppelten Fußboden aus Marmorplatten mit Löchern, durch die der Wasserdampf aufstieg. Dieser erwärmte sich langsam durch die heiße Luft, die durch darunterliegende, unterirdische Wasserheizkessel erhitzt wurde und zwischen den Bodenplatten zirkulierte. War der Fußboden heiß genug, wurde er mit Wasser begossen, um Wasserdampf zu erzeugen.

Das Caldarium (oder Hmmam) der Baños árabes in Palma de Mallorca
Das Caldarium (oder Hmmam) der Baños árabes in Palma de Mallorca

Der Anbau, das Tepidarium, ist ein kleineres, rechteckiges Gebäude mit einem gewölbten Dach. In diesem lauwarm temperierten Raum kühlten sich die Gäste nach dem Aufenthalt im Caldarium langsam ab. Alle Innenräume sind durch einen Seitengang miteinander verbunden.

Das Tepidarium der Baños árabes in Palma de Mallorca
Das Tepidarium der Baños árabes in Palma de Mallorca

Der dritte Anbau, das Frigidarium, ist nicht erhalten. Hier erfrischten sich die Besucher nach dem Aufenthalt im Tepidarium mit kaltem Wasser.

Die Baños árabes wurden am 3 Juni 1931 zum Kulturgut des Patrimonio Histórico de España erklärt.

Die Baños árabes stehen in den Jardines de Can Fontirroig in der Calle de Can Serra 7 im Barrio de Sa Portella. Die weitläufige Gartenanlage ist Teil des herrschaftlichen Anwesens des Can Fontirroig im Carrer de la Portella 24.

Die mittelalterliche Thermalanlage ist vom 1. April bis zum 30. November montags bis sonntags in der Zeit von 9:00 Uhr vormittags bis 19:00 Uhr abends und vom 1. Dezember bis zum 31. März montags bis sonntags in der Zeit von 9:00 Uhr vormittags bis 18:00 Uhr abends für Besucher geöffnet.

Der Eintritt kostet 2,00 Euro.

Kirche Santa Eulàlia (Parròquia de Santa Eulàlia)

Auf unserem weiteren Weg durch die Stadt kommen wir an der Kirche Santa Eulàlia vorbei. Sie ist eine der ältesten Kirchen der Stadt. Schon 1236 wurde durch den christlichen Eroberer Mallorcas, König Jaume I., an dieser Stelle eine Kapelle errichtet.

Die Kirche Santa Eulàlia (Parròquia de Santa Eulàlia) in Palma de Mallorca
Die Kirche Santa Eulàlia (Parròquia de Santa Eulàlia) in Palma de Mallorca

Bis in das Jahr 1414 erfolgte dann der Ausbau zur Kirche im Stil der Hochgotik. Die der heiligen Eulàlia gewidmete Kirche ist dreischiffig, der Grundriss kreuzförmig angelegt. Eine Statue der Heiligen aus dem Jahr 1621 befindet sich im Hauptportal. Die heutige Fassade der Kirche entstand im 19. Jahrhundert und präsentiert sich im Stil der Neogotik.

Rathaus von Palma de Mallorca

Unweit der Kirche Santa Eulàlia steht Palmas Rathaus (Ayuntamiento) am Plaça de Cort, im absoluten Zentrum von Palma.

Das Rathaus (Ayuntamiento) von Palma de Mallorca
Das Rathaus (Ayuntamiento) von Palma de Mallorca

Einst war das Gebäude ein Gericht und die exekutive Gewalt des Königreiches von Mallorca. Durch die Veränderungen in der Verwaltung im 18. Jahrhundert erbte die Stadtverwaltung von Palma das Gebäude und die Möbel der alten königlichen Universität. Die Fassade des Gebäudes stammt aus dem 17. Jahrhundert und die Innendekoration aus dem 19. Jahrhundert. Im Inneren gibt es eine Pinakothek, in der insbesondere die berühmten Männer des Königreiches von Mallorca gezeigt werden. Auf dem Platz Plaça de Cort gegenüber dem Rathaus steht ein mehrhundertjähriger, besonders geschützter Olivenbaum.

Von hier laufen wir in Richtung Plaza Mayor. Unterwegs halten wir am Eisladen Giovanni L., der sehr anziehende Eissorten im Schaufenster präsentiert. Das Eis schmeckt fantastisch, ist aber nicht ganz billig.

Der Eisladen Giovanni L. mit sehr anziehenden Eissorten im Schaufenster
Der Eisladen Giovanni L. mit sehr anziehenden Eissorten im Schaufenster
Der Eisladen Giovanni L. mit sehr anziehenden Eissorten im Schaufenster
Der Eisladen Giovanni L. mit sehr anziehenden Eissorten im Schaufenster

Während wir unser Eis genießen, schaue ich in den offiziellen Barça Store, der sich ganz in der Nähe des Eisladens befindet. Beim Blick auf die Trikotpreise ist mir völlig klar, wieso der FC Barcelona für seine Stars riesige Ablösesummen und Gehälter zahlen kann. Ein Erwachsenentrikot kostet rund 90 Euro, ein Kindertrikot ist nicht unter 70 Euro zu haben. Ganz schön happig.

Der offizielle Barca-Store in Palma de Mallorca
Der offizielle Barca-Store in Palma de Mallorca

Plaça Major

Bis zum Plaça Major ist es nur noch ein Katzensprung. Dieser Platz bildet den Mittelpunkt der Altstadt Palmas. Wie beim gleichnamigen Platz in Madrid, ist auch hier der Plaça Major ein von Säulengängen umgebener rechteckiger Platz, der über vier Tore zugänglich ist. In den Säulengängen befinden sich zahlreiche Geschäfte, aber auch Cafés und Restaurants.

Plaça Major in Palma de Mallorca
Plaça Major in Palma de Mallorca

Unsere Ziele in Palma im Überblick

Abreise nach Köln

Pünktlich erreichen wir am frühen Nachmittag den Flughafen. Zunächst tanken wir den Mietwagen wieder voll, bevor wir ihn abgeben können. Die Abgabe dauert ganze zwei Minuten und ist genauso effizient wie die ursprüngliche Übernahme. Hut ab vor Thrifty. Aber anders kann man die günstigen Preise wohl auch nicht anbieten.

Kurz vor dem Boarding zieht ein schweres Gewitter mit einem Starkregen über den Flughafen. Zu allem Überfluss werden wir auch noch in Busse verfrachtet, die uns zu dem auf dem Vorfeld stehenden Flugzeug bringen. In strömendem Regen gelangen wir schließlich völlig durchnässt ins Flugzeug. Über den Service an Board brauche ich an dieser Stelle ja nichts mehr zu verlieren. Dafür entschädigt der tolle Sonnenuntergang während des Landeanflugs auf Köln.

Landeanflug auf Köln im Sonnenuntergang
Landeanflug auf Köln im Sonnenuntergang

Am nächsten Tag sehen wir in den Nachrichten die Meldung, dass es am Tag unserer Abreise im Osten der Insel die schwersten Gewitter seit langer Zeit auf Mallorca gegeben hat. Der Ort Sant Llorenç des Cardassar ist am schwersten betroffen. Eine Lawine aus Schlamm und Geröll – die zuvor ein Wildbach war – wälzte sich durch den Ort und riss auf ihrem Weg alles mit: Autos, ganze Häuser und viele Menschen. Insgesamt verloren durch das Unwetter mindestens 13 Menschen ihr Leben.