Malta 2007

Anreise nach Malta

Mit einer Stunde Verspätung landen wir auf Malta. Für das Taxi, das uns zum Hilton Hotel nach St. Julians bringt, können wir bereits im Flughafen ein Ticket kaufen, sodass kaum 15 Minuten vergehen, bis wir unser Hotel erreichen. Geschafft fallen wir nur noch ins Bett.

Valletta

Am nächsten Morgen nach einem sehr guten Frühstück erkunde ich erstmal die nähere Umgebung und finde auch einen Supermarkt, indem ich ein paar Getränke und Snacks für zwischendurch kaufe. Auch nach unserem Hotel für die letzten beiden Nächte, das Juliani in der Bucht St. Julians, halte ich Ausschau. Doch ich finde es zunächst nicht.

Bucht von St. Julians auf Malta
Bucht von St. Julians auf Malta

Später nehme ich einen Bus (0,20 MTL) und die Fähre Sliema-Valletta (0,40 MTL) nach Valletta. Auf der Fahrt durch die Randbezirke der Inselhauptstadt erhalte ich einen ersten Überblick über die Insel mit ihren unzähligen Buchten und der typischen Bebauung. Vom Fähranleger in Slima habe ich einen tollen Blick auf Valletta mit seiner Stadtmauer und der St. John‘s Ko-Kathedrale.

Blick von Sliema nach Valletta mit St. Johns Co-Kathedrale
Blick von Sliema nach Valletta mit St. Johns Co-Kathedrale

Auszüge aus der Geschichte und Geographie Vallettas

Die Geschichte der Hauptstadt Maltas ist eng mit dem Malteserorden verbunden. Dieser residierte seit 1530 auf Malta und verlieh der Stadt ihren einzigartigen Charakter. Mit mehr als 320 Gebäude und Baudenkmäler auf kleinstem Raum ist Valletta einer der historisch konzentriertesten Orte der Welt. Deshalb erklärte die UNESCO im Jahr 1980 Valletta zum Weltkulturerbe.

Valletta befindet sich auf der Landzunge Monte Sciberras zwischen den beiden Naturhäfen Marsamxett Harbour und Grand Harbour. Das Stadtgebiet Vallettas umfasst lediglich die historische Altstadt. Damit zählt die Stadt zu den kleinsten der insgesamt 29 Städte Maltas. Jedoch lebt hier mit rund 300.000 Einwohnern fast die Hälfte der Landesbevölkerung. Mit mehr als 6.700 Einwohnern pro Quadratmeter weist Valletta die höchste Bevölkerungsdichte aller europäischen Hauptstädte auf.

St. John‘s Ko-Kathedrale

In Valletta lohnt auf jeden Fall der Besuch der St. John‘s Ko-Kathedrale, deren strenges und eher schlichtes Äußere in starkem Kontrast zum prunkvollen Inneren steht. Die Malteser errichteten die Kathedrale im späten 16. Jahrhundert. Während der Bau nur vier Jahre dauerte, benötigte die vollständige Ausstattung der Innenräume über 100 Jahre.

Im reich verzierten Inneren der St. Johns Co-Kathedrale
Im reich verzierten Inneren der St. Johns Co-Kathedrale

Sie wird als Ko-Kathedrale bezeichnet, da sie als zweiter Sitz des Erzbischofs von Malta neben der Kathedrale St. Paul in Mdina dient.

Im reich verzierten Hauptschiff der St. Johns Co-Kathedrale in Valletta
Im reich verzierten Hauptschiff der St. Johns Co-Kathedrale in Valletta

Auch die Lower und Upper Barrac Gardens sind sehenswert, da man von hier aus einen herrlichen Rundblick auf den Grand Harbour hat.

Grand Harbour

Der Grand Harbour diente bereits den Phöniziern, Puniern, Römern, Byzantinern, Arabern und Spaniern als Ankerplatz. Er liegt in einer weit verzweigten Bucht, die sich bis zu drei Kilometer in die Nordküste der Insel schneidet.

Grand Harbour in Valletta
Grand Harbour in Valletta

Mit der Eröffnung des Suez-Kanals im Jahre 1869 stieg Vallettas Bedeutung als Hafenstadt zunehmend. Heute trägt die ständig zunehmende Kreuzfahrtindustrie einen wesentlichen Anteil an Maltas Tourismussektor. Im Jahr 2015 kamen bereits 600.000 Passagiere per Schiff nach Valletta.

Altstadtgässchen und historische Gebäude

Alte Markthalle in Valletta
Alte Markthalle in Valletta

Die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten führen fast immer durch enge, steil an- oder absteigende Gässchen, zwischen mittelalterlichen Gebäuden hindurch, dass man sich direkt in eine hunderte von Jahren zurückliegende Zeit versetzt fühlt. Gelegentlich meine ich, Pferdegetrappel auf dem Kopfsteinpflaster und Marktschreier zu hören. Aber da spielt mir wohl nur meine Vorstellungskraft einen kleinen Streich.

Auberge de Castille

Der Malteserorden gliederte sich früher in verschiedene Nationalitäten, sogenannte Zungen (langues). Jede einzelne dieser historischen Zungen besaß eine eigene Herberge, das heißt einen eigenen Palast. Diese Auberges wurden allesamt in den 1570er-Jahren entworfen.

Die Auberge de Castille et Léon ist die am besten erhaltene Herberge. Heute dient das Gebäude als Sitz des Premierministers.

Auberge de Castille in Valletta
Auberge de Castille in Valletta

Überall im alten Zentrum laden kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Die Preise sind teilweise niedrig, oft aber auch auf deutschem Niveau. Mitunter sind die Restaurants auch in den alten Gemäuern der Kolonialhäuser untergebracht, was der Atmosphäre zusätzlich Leben einhaucht.

Valletta Tag 2

Am nächsten Tag waren wir noch einmal in Valletta. Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen bummelten wir durch die schmalen Gässchen.

Fort St. Elmo

Wir umrundeten zunächst Valletta an der alten Stadtmauer entlang, bis wir zum Fort St. Elmo gelangten. Das Fort wurde während der Herrschaft des Johanniterordens zwischen 1670 und 1693 erbaut und liegt auf einer kleinen Anhöhe.

St. John‘s Square

Gegen Mittag rasteten wir auf dem St. John‘s Square. Dieser Platz grenzt an seiner südlichen Seite an den Großmeisterpalast ein, der heute einen ganzen Straßenzug einnimmt. Teilweise ist er heute öffentlich zugänglich. Bei Staatsempfängen wird er jedoch für die Öffentlichkeit gesperrt. So wie bei unserem Aufenthalt.

St. Johns Square in Valletta
St. Johns Square in Valletta

Staatsbesuch von Bundespräsident Horst Köhler

Denn, als wir in Valletta unterwegs waren, kam der deutsche Bundespräsident Horst Köhler auf Staatsbesuch nach Malta und Valletta. Eben auf dem St. John’s Square war bereits alles für den Besuch vorbereitet. Wir saßen am Fuße eines Springbrunnens und beobachteten in aller Ruhe, wie die Staatskarossen vorfuhren.

Bundespräsident Horst Köhler auf Staatsbesuch in Valletta
Bundespräsident Horst Köhler auf Staatsbesuch in Valletta

Nach dem ersten Empfang nahm Präsident Köhler auch noch eine Militärparade ab.

Bundespräsident Horst Köhler nimmt die Militärparade beim Staatsbesuch in Valletta ab
Bundespräsident Horst Köhler nimmt die Militärparade beim Staatsbesuch in Valletta ab

Ausflug über die Insel

Blaue Grotte

Für einen Tag mieteten wir uns ein Auto, um auch die Insel außerhalb der Hauptstadt kennenzulernen. Zunächst fuhren wir in Richtung Flughafen, von dort weiter in Richtung Zurrieq bis in den Süden zur Blauen Grotte. Bis dahin spielte das Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel gut mit.

Blaue Grotte auf Malta
Blaue Grotte auf Malta

Kaum waren wir dort angekommen, tobte sich ein Gewitter über der Bucht aus. Für einige erste Fotos trotzten wir dem Regen, danach fuhren wir hinunter zur Anlegestelle der Boote, die in der Saison die Touristen zur Grotte und zurück schippern. Hier schlug das Gewitter schließlich mit voller Macht zu: Platzregen, Hagel, Sturmböen. Minutenlang bot die Natur alles auf, um uns im Auto sitzen zu sehen.

Gewitter am Bootsanleger zur Blauen Grotte
Gewitter am Bootsanleger zur Blauen Grotte

Megalithstätten Hagar Qim (Ħaġar Qim) und Mnajdra

Sobald der Platzregen etwas nachließ und die Sicht wieder besser wurde, nahmen wir unsere Fahrt zu den Megalithstätten Hagar Qim und Mnajdra auf. Bereits um 3000 vor Christus wurden hier aus riesigen, bis zu 57 Tonnen schweren Felsbrocken Tempel errichtet, die bis heute überdauerten. Eine kurze Regenpause nutzten wir für einen schnellen Blick auf den Hagar Qim Temple. Die Besichtigung von Mnajdra fiel buchstäblich ins Wasser.

Auf der Weiterfahrt in Richtung Rabat und Mdina bot sich noch ein schöner Blick auf Siggiewi.

Pfarrkirche St. Nikolaus in Siġġiewi auf Malta
Pfarrkirche St. Nikolaus in Siġġiewi auf Malta

Rabat

Über einige Umwege über gottverlassene Straßen mit riesigen Schlaglöchern gelangten wir schließlich doch nach Rabat. Nach der hier eingelegten Mittagspause sahen wir uns die St. Pauls Church and Grotto an. In der Grotte befanden sich Grabstätten aus längst vergangenen Zeiten; heute ist die Grotte mit den staatlich geführten St. Pauls Katakomben verbunden. Gegenüber Rabat liegt auf einem ca. 150 Meter hohen Hügel Mdina.

Mdina

Die Stadt der Stille – wie Mdina auch genannt wird – gleicht einer Festung, seit die Phönizier diese mit einem Schutzwall umgaben. Heute vermittelt Mdina eher den Eindruck einer unbewohnten Museumsstadt, was aber auch an der Jahreszeit liegen kann. In der Hochsaison wimmelt es hier mit Sicherheit vor Touristen. Wir dagegen konnten uns die Stadt mit ihren verwinkelten Gassen in aller Ruhe ansehen. Zudem hat man hier einen tollen Rundblick auf den nordöstlichen Inselteil, der bis nach Valletta reicht.

Festung in Mdina auf Malta
Festung in Mdina auf Malta

Dom in Mosta

Unser nächstes Ziel war Mosta, das wir bereits von Mdina aus sehen konnten. Hier steht ein Dom mit der drittgrößten Kuppel Europas (ca. 40 Meter Durchmesser und 66 Meter hoch).

Dom von Mosta auf Malta
Dom von Mosta auf Malta

Das Gotteshaus fasst ca. 12.000 Menschen und ist damit das größte Maltas. Steht man mittendrin, kann man sich gar nicht vorstellen, wie hier so viele Menschen Platz finden sollen. Der Rückweg führte am immer rauer werdenden Meer entlang auf der gut ausgebauten Küstenstraße wieder nach St. Julians.

Insgesamt hat uns Malta gut gefallen. Aber länger als eine Woche wollte ich hier nicht verbringen. Das liegt erstens am Essen. Und zweitens hat man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nach meiner Einschätzung in etwa vier Tagen gesehen. Und zum Baden würde ich sowieso nicht nach Malta fahren. Da gibt es sehr viel angenehmere Strände und Inselchen.

Unsere besuchten Ziele in Malta im Überblick

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