Mae Hong Son แม่ฮ่องสอน

Die Stadt Mae Hong Son

(Thai: แม่ฮ่องสอน), ist Hauptstadt des Landkreises (Amphoe) Mueang Mae Hong Son und der Provinz Mae Hong Son im kühleren Norden von Thailand und mit 300 Meter Höhe eine der am höchsten gelegenen Provinzhauptstädte im Land. Sie liegt inmitten einer bis etwa 1500 Meter hohen Berglandschaft mit Dschungel und Regenwald. Bis 1973 war Mae Hong Son in der Regenzeit aufgrund der abgeschiedenen Lage nur per Flugzeug zu erreichen, da sämtliche Straßen überflutet waren. Ursprünglich war der Ort eine traditionelle burmesische Siedlung.

Mae Hong Son ist von den größten zusammenhängenden Wäldern in Thailand umgeben, in denen es viele Höhlen und Wasserfälle zu erkunden gibt. Ein Paradies für Naturliebhaber. Die Bevölkerung in der Provinz besteht zur Hälfte aus Angehörigen der Bergstämme, die andere Hälfte bilden die Shan. Und nur in Mae Hong Son gibt es 2% Thais. Die Stadt zählt knapp 7.000 Einwohner, ist also relativ klein und beschaulich.

Blick über Mae Hong Son und den Nong Kham See
Blick über Mae Hong Son und den Nong Kham See

Das zeigt sich auch im alltäglichen Leben, das eher ruhig und gemächlich verläuft. Das Stadtzentrum bildet der Nong Kham See mitten in der Stadt. Darum gruppieren sich Tempel im burmesischen Stil und zahlreiche Restaurants und Hotels gruppieren. Im Hintergrund thronen die Berge über der Stadt. Abends bauen die Händler ihre Stände für den Nachtmarkt an den Ufern auf.

Hotel Fern Resort

„Sawasdee!“ hieß es (am 31. Oktober 2006) zum ersten Mal nach 19 Stunden am Flughafen in Mae Hong Son, wo uns bereits ein Mitarbeiter des Fern Resorts erwartete. Das Fern Resort liegt etwa sieben Kilometer südöstlich und außerhalb von Mae Hong Son.

Fern Resort in Mae Hong Son, Thailand
Fern Resort in Mae Hong Son, Thailand

Die 35 Zimmer verteilen sich auf mehrere Bungalows, die entweder ringsherum um den Pool inmitten eines tropischen Gartens stehen oder am Rande saftig-grüner Reisfelder.

Fern Resort in Mae Hong Son, Thailand
Fern Resort in Mae Hong Son, Thailand

Das Fern Resort wird umweltfreundlich geführt und staatlich gefördert. Die Zimmer sind groß, sauber und gut, aber einfach eingerichtet.

Unser Reisegepäck für 5 Wochen durch Thailand
Unser Reisegepäck für 5 Wochen durch Thailand

Es gibt zwar einen kostenlosen Shuttleservice zu festen Uhrzeiten nach Mae Hong Son, aber es empfiehlt sich ein eigenes Fahrzeug, gerade wenn man das Umland und die Bergregionen erkunden möchte.

1. November 2006

Unsere erste Nacht verläuft etwas unruhig, weil die Geräusche des Dschungels für uns ungewohnt sind. Dennoch schlafen wir gut. Zum Frühstück stehen in Buffetform Toast, Marmelade, etwas Obst und Kaffee oder Tee bereit. Nichts für gehobene Ansprüche, aber völlig ausreichend.

Nach vierstündiger Fahrt aus Chiang Mai bringt uns ein Mitarbeiter von Northwheels unseren vor Reiseantritt gebuchten Mietwagen. Nach einer kurzen Überprüfung des Wagens schnappen wir unsere Sachen und fahren nach Mae Hong Son und bringen den Northwheels-Mitarbeiter noch bis zur Busstation. Er hat noch eine mindestens fünfstündige Busfahrt zurück nach Chiang Mai vor sich.

In Mae Hong Son decken wir uns in einem Supermarkt mit den wichtigsten Lebensmitteln und Getränken für die nächsten Tage ein. Danach überwinde ich mich für mein erstes Abenteuer: ein Friseurbesuch für 80 Baht (etwa 1,90 Euro). Die Verständigung klappt gut und anhand dieses Reiseberichts kann man sehen, dass ich überlebt habe. (Mit dem Haarschnitt bin ich im Übrigen auch sehr zufrieden.)

Zum Mittag gibt es eine scharfe, gut gewürzte Kokosmilchsuppe mit Huhn, Zitronengras, Chili und Tamarinde (vermutlich Tom Kha Gai). Anschließend umrunden wir den Jongkam Lake im Zentrum Mae Hong Son‘s, an dessen Ufer zwei schöne Tempel (siehe nachfolgend), der Wat Chong Kham und der Wat Chong Klang, stehen.

Wat Chong Kham Tempel in Mae Hong Son
Wat Chong Kham Tempel in Mae Hong Son

Wat Chong Kham

Der Wat Chong Kham (Wat ist das thailändische Wort für Tempel: วัด) wurde ursprünglich im Jahre 1827 von Shan-Handwerkern während der Herrschaft von Phraya Singharat Racha, dem ersten Gouverneur von Mae Hong Son gebaut. Leider beschädigte 1970 ein Feuer die ursprünglichen hölzernen Tempelgebäude. Die Gebäude in ihrer heutigen Form sind eine Rekonstruktion.

Wat Chong Klang

Der Wat Chong Klang ist mit seinem weiß-goldenen Chedi der prominentere der beiden am Seeufer gelegenen Tempel. Der Bau erfolgte von 1867 bis 1871 als Angebot an birmanische Mönche, die Mae Hong Son für die Beerdigung eines wichtigen Abtes besuchten. Eines der auffälligsten Merkmale dieses Tempels ist der Buddha aus Korbgeflecht im Inneren des Hauptviharns (Versammlungshalle). Der Tempel ist auch berühmt für die Glasmalereien, die die Jataka-Geschichten des früheren Lebens des Buddha erzählen.

Wat Chong Klang Tempel in Mae Hong Son
Wat Chong Klang Tempel in Mae Hong Son

Den Nachmittag verbringen wir am Pool unseres Hotels, bevor wir am Abend auf den Nachtmarkt von Mae Hong Son gehen. Hier schnuppern und schauten wir an jedem Stand, welche kulinarischen Köstlichkeiten und anderen Produkte es zu kaufen gibt. Unser Abendessen stellen wir uns an mehreren Ständen für eine unglaublich geringe Summe zusammen (35 Baht für beide inkl. Trinken, das sind ungefähr 0,80 Euro!).

Unterwegs auf dem Nachtmarkt in Mae Hong Son
Unterwegs auf dem Nachtmarkt in Mae Hong Son

Ausflug zu den Bergvölkern (Hilltribes) (2. November 2006)

Am zweiten Tag wartet nördlich von Mae Hong Son bereits die Tham Pla (Fischhöhle) auf uns. Hier führt ein Weg durch einen gepflegten Garten zu einem Teich, der sich aus einem unterirdischen Bach speist. Die Quelle liegt in einer kleinen Höhle und wird von bis zu einen Meter langen Karpfen bewohnt.

Tham Pla (Fischhöhle) nördlich von Mae Hong Son
Tham Pla (Fischhöhle) nördlich von Mae Hong Son

Nach der Fischhöhle halten wir immer wieder am Straßenrand, um uns an dem Anblick der wundervollen Landschaft und den kleinen Tempeln zu ergötzen. Vor allem die leuchtend grünen Reisfelder haben es uns angetan.

Ochsenkarren in einem Reisfeld nördlich von Mae Hong Son
Ochsenkarren in einem Reisfeld nördlich von Mae Hong Son

 

 

 

Buddha-Statuen in einem Wald in der Nähe der Tham Pla (Fischhöhle) nördlich von Mae Hong Son
Buddha-Statuen in einem Wald in der Nähe der Tham Pla (Fischhöhle) nördlich von Mae Hong Son

 

Arbeiter bei der Reisernte nördlich von Mae Hong Son
Arbeiter bei der Reisernte nördlich von Mae Hong Son

Immer weiter fahren wir in die Berge in Richtung Myanmar. In Napa Paek, einem Hmong-Dorf, halten wir uns rechts und erreichen nach etwa weiteren sechs Kilometern das Dorf Ban Rak Thai บ้านรักไทย (auch Mae Aw 密窝村แม่ออ). Hier lebt ein Teil der geschlagenen Kuomintang (KMT), ehemals aus Süd-China geflüchtet, jetzt eine der vielen Minderheiten Nordthailands. Das Dorf schmiegt sich an die Hänge, im Zentrum um einen See, an dessen Ufer einige Männer angeln. Auf den Wiesen am Ufer grasen Wasserbüffel. Eine unheimliche Stille liegt über dem Dorf, man spürt die nahe Grenze zu Myanmar. Nur zwei Kilometer trennen uns von Myanmar. Auf dem Rückweg hielten wir in Ban Roum Thai, einem Dorf der Shan, dass noch ursprünglicher als Ban Rak Thai ist.

Das Kuomintang-Dorf Ban Rak Thai am Oung Roum Thai See
Das Kuomintang-Dorf Ban Rak Thai am Oung Roum Thai See

Am Pang Tong Königspalast mit seiner sehr gepflegten Gartenanlage machen wir den nächsten Halt, um kurze Zeit später am Wasserfall Pha Sua auszuruhen.

Mae Surin Nationalpark und Wat Phra That Doi Kong Mu (3. November 2006)

Wanderung im Mae Surin Nationalpark

Das Fern Resort liegt an der Grenze zum Mae Surin National Park. Ein Naturpfad zu einem Wasserfall beginnt gleich hinter dem Hotel. Diesen nehmen wir, als wir nach dem Frühstück zu einer kleinen Wanderung durch die ursprünglichen Wälder aufbrechen. Bei den Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit kommen wir selbst am frühen Morgen und im eigentlich kühlen Schatten der Bäume doch relativ schnell ins Schwitzen, so dass wir nach der Wanderung den Tag am Pool verbringen.

Nachtmarkt in Mae Hong Son

Abends geht es zum Abschluss des Aufenthalts in Mae Hong Son noch einmal auf den herrlichen Nachtmarkt. Ich entscheide mich für geröstetes Schweinefleisch mit Minze und Reis, das ganze natürlich in scharf. Als Nachtisch gönne ich mir einen Roti. Das ist ein dünner Teigfladen, der wie ein Pfannkuchen kurz in heißem Öl gebacken und dann mit süßer Kondensmilch und Zucker bestreut wird. Himmlisch lecker und spottbillig für 5 Baht (= 0,10 Euro). Auch das Schweinefleisch kostet nur 20 Baht, eine Portion Nudeln mit Hohn sogar nur 10 Baht.
Im Anschluss fahren wir zum Sonnenuntergang auf den Doi Kong Mu, den Hausberg Mae Hong Son’s.

Wat Phra That Doi Kong Mu

Hier bietet der Tempel Wat Phra That Doi Kong Mu einen spektakulären Blick auf das ganze Tal, in dem Mae Hong Son liegt. Der Tempel selbst zeichnet sich durch seine zwei großen weißen Chedis (พระเจดีย์) und seine typische Shan-Architektur aus.

Wat Phra That Doi Kong Mu Tempel auf einem Berggipfel oberhalb von Mae Hong Son
Wat Phra That Doi Kong Mu Tempel auf einem Berggipfel oberhalb von Mae Hong Son

Der größere der beiden Chedis, erbaut um 1860, enthält die Asche des Mönchs Phra Moggallana, einem Hauptjünger Buddhas, die zwei burmesische Anhänger kauften. Sein unterer Abschnitt besteht aus mehreren achteckig geformten Ebenen, die sich nach oben hin verjüngen. Um die Basis herum befinden sich Nischen, die Bilder des Buddha zeigen.

Der kleinere, im Jahre 1872 fertiggestellte, beherbergt die Asche von Mae Hong Son’s erstem Gouverneur, Phaya Singhanat Racha. Der untere Teil besteht aus mehreren quadratischen Ebenen mit abnehmender Größe. An jedem seiner vier Ecken wacht ein Chinthe, ein stehender Wächter in Löwenform, begleitet von einer Naga, der mythologischen Schlange. Auch hier stehen in den Nischen Buddha-Statuen im burmesischen Stil. Der Chedi ist goldüberzogen.

Mönche im Wat Phra That Doi Kong Mu Tempel oberhalb von Mae Hong Son
Mönche im Wat Phra That Doi Kong Mu Tempel oberhalb von Mae Hong Son

Vom Gipfel des Doi Kong Mu bietet sich ein fantastischer Rundblick auf den Chong Kham Lake, Mae Hong Son, das Pai-Tal und den Flughafen auf der einen Seite sowie die bewaldeten Hügel von Myanmar auf der anderen Seite. Der Hügel ist ein beliebter Ort, um den Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu beobachten.

Die Sonne verschwindet im leichten Dunst hinter den burmesischen Bergen
Die Sonne verschwindet im leichten Dunst hinter den burmesischen Bergen

Bei Sonnenaufgang liegt das Tal oft im Nebel. Bei Sonnenuntergang verschwindet die Sonne hinter den burmesischen Bergen. Die Aussicht ist ziemlich spektakulär, die Stimmung mystisch, wenn sich langsam der graue Schleier der Nacht über die Hügel legt und der Nebel aufzieht.