Retiro Park und Altstadt

Meinen zweiten freien Abend widme ich dem Retiro Park und der Altstdt Madrids. Bei herrlichem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen von ca. 14 Grad sind es vom Hotel nur fünf Minuten zum Retiro Park.

Retiro Park

Mit 125 Hektar Fläche und mehr als 15 000 Bäumen ist der Retiro Park eine grüne Oase mitten im Stadtzentrum Madrids. Aus botanischer Sicht sollte seinen Gärten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: dem Vivaces-Garten, den Gärten von Cecilio Rodríguez (klassische Gärten mit einem Hauch Andalusien), den Gärten des Architekten Herrero Palacios, der Rosaleda (Rosengarten) und dem französischen Garten Parterre Francés mit der kahlen Zypresse, dem ältesten Baum Madrids, der gut 400 Jahre alt sein könnte.

Palacio de Velázquez und Palacio de Cristal

Palacio de Velázquez im Retiro Park
Palacio de Velázquez im Retiro Park

Er ist nicht nur eine der grünen Lungen Madrids, sondern bietet den Bewohnern und Besuchern der Stadt auch Kultur-, Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Zu seinen wichtigsten architektonischen und historischen Elementen gehören: der Estanque Grande, der große Teich, der verschiedene Aktivitäten wie Ruderboote, ein Solarboot, ein Solar-Bildungszentrum und die städtische Kanuschule für Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren bietet, der Palacio de Velázquez und der Palacio de Cristal, die beide als Ausstellungsräume genutzt werden.

Palacio de Cristal im Retiro Park
Palacio de Cristal im Retiro Park

Der Palacio de Cristal, ein romantischer Pavillon, der zur Ausstellung exotischer Pflanzen im Rahnen der Philippinen-Ausstellung 1887 entstand, ist eines der wichtigsten Vertreter der spanischen Eisenarchitektur.

Monumento a Alfonso XII

Monumento Alfonso XII im Retiro Park
Monumento Alfonso XII im Retiro Park

Daneben beherbergt der Retiro-Park bemerkenswerte Skulpturen und Brunnen wie das Alfons- XII.-Denkmal, ein Projekt des Architekten José Grasés Riera, das in diesem Frühjahr eine Aussichtsplattform mit schönem Blick auf die Stadt erhält, oder der Bereich Ferdinand VII. an der Ecke der Straßen O’Donnell und Menéndez Pelayo. Letzterer umfasst die Casa del Pescador, den künstlichen Berg (Montaña Artificial) und die Casa del Contrabandista, die jahrelang den alten Tanzsaal Florida Park beherbergte und daher noch immer ein romantisches Flair besitzt und heute Sitz von Florida Retiro, einem modernden Komplex mit den unterschiedlichsten Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen, ist.

Fuente del Ángel Caído

Bemerkenswert sind auch die Statue El Ángel caído (gefallener Engel), die einzige Skulptur der Welt, die den Teufel darstellt, der Brunnen Fuente de los Galápagos anlässlich der Geburt von Isabella II., die außergewöhnliche Kapelle Ermita de San Pelayo und San Isidoro, der Bosque del Recuerdo (Wald der Erinnerung) und das Teatro de Títeres, ein in Europa einzigartiges Puppentheater mit festem Programm an jedem Wochenende.

Fuente del Ángel Caído im Retiro Park
Fuente del Ángel Caído im Retiro Park

Bei Touristen und Einheimischen ist der Retiro-Park einer der beliebtesten Orte zum Spazierengehen und Sporttreiben – vor allem Laufen und Skaten. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann mit ihnen einen der vielen Spielplätze des Parks genießen.

Sport- und Kulturzentrum

Auch das städtische Sportzentrum La Chopera, die öffentliche Stadtbibliothek Eugenio Trías und das Kulturzentrum Casa de Vacas sollten auf diesem Rundgang durch den Retiro-Park nicht fehlen. Botanik-Liebhaber sollten unbedingt dem Ahuehuete, dem wohl ältesten Baum Madrids, der angeblich sein 1630 dort steht, einen Besuch abstatten. Es handelt sich um eine exotische Gattung, die nur in manchen Jahren ihre Blätter verliert. Der Überlieferung zufolge wurde dieser Baum während des Unabhängigkeitskriegs gegen die Franzosen als eines der wenigen Exemplare in dem von den Franzosen als Hauptquartier genutzten Park gerettet. Anscheinend bauten die Soldaten Napoleons zwischen den Zweigen des riesigen Baumes eine Kanone auf, um von dort zu schießen.

In der Nähe besteht die Gelegenheit, ein Fahrrad zu mieten, um den Park auf zwei Rädern zu genießen. Und wer einen Ort für einen „technischen Zwischenstopp“ sucht, kann an einem der Kiosks oder Cafés im Freien eine Pause einlegen. Daneben ist der Retiro-Park Schauplatz so klassischer Veranstaltungen wie der Buchmesse oder des Feuerwerks zu San Isidro.

Mercado de San Miguel

Mercado de San Miguel
Mercado de San Miguel

Das 1916 als Markthalle eröffnete hundertjährige Gebäude (einer der wenigen und besterhaltenen Eisenbauten der Stadt) wurde 2009 in den ersten Schlemmer-Markt Madrids umgebaut. 2018 hat sich der Markt nun mit einem großen Teil seines gastronomischen Angebots dauerhaft etabliert.
Die ehemalige Markthalle Mercado de San Miguel im Zentrum des Viertels Madrid de los Austrias, die im Jahr über 10 Millionen Besucher verzeichnet, ist der Genuss-Tempel der Stadt, die moderne Quintessenz aller Komponenten der spanischen Küche. Erhältlich ist alles von iberischem Schinken bis hin zu täglich frisch aus Galicien eintreffenden Meeresfrüchten, mediterranen Reisgerichten sowie speziellen Käsesorten aus Kastilien, Asturien oder dem Baskenland.

Mercado de San Miguel
Mercado de San Miguel
Mercado de San Miguel
Mercado de San Miguel

Verkauft werden nur erstklassige Produkte und Weine aus allen Ecken Spaniens an 30 festen und 3 fahrbaren Ständen. Dementsprechend hoch ist auch das Preisniveau.

Calle Cava Baja

Nur einen Katzensprung entfernt von der Touristenhochburg Plaza Mayor setzt die Calle Cava Baja an, die gerne von „Normalsterblichen“, aber auch von spanischen Promis wie Schauspielern oder Fußballern des Real Madrid besucht wird. Hier reiht sich eine Taverne an die andere. Neben kleinen Tapasbars findet man einige der besten klassisch kastilischen Restaurants von Madrid, die „Posada de la Villa“ und das „Casa Lucio“. In der Cava Baja wird normalerweise das erste Bier getrunken und mit einem Abendessen verbunden, bevor man in die vielen anderen Kneipen des Viertels La Latina weiterzieht. Achtung: An warmen Abenden am Wochenende herrscht auf der Calle Cava Baja Hochbetrieb bis Mitternacht, und es ist schwierig, einen Platz zu ergattern.

Calle Cava Baja
Calle Cava Baja

Es ist durchaus üblich, in einer Sherrybar in der Calle Cava Baja zu sitzen und plötzlich Showgrößen wie Pedro Almodóvar und einen Teil seiner „Mannschaft“ als Sitznachbarn zu haben. Zwar wird die Straße mittlerweile auch in vielen Reiseführern zitiert. Dennoch hat sie nichts mit den Touristenaufläufen zu tun, die man beispielsweise an der Plaza Santa Ana oder an der nahe gelegenen Plaza Mayor antrifft. Nicht nur an den Abenden am Wochenende herrscht auf der Calle Cava Baja Überfüllungsgefahr. Besonders gerne wird die Straße und ihre Umgebung auch Sonntagmittags nach einem Besuch auf dem Madrider Flohmarkt Rastro angestrebt.

Die Cava Baja verläuft von der Plaza de Puerta Cerrada bis zur Plaza del Humilladero. Hier wurden einst zahlreiche Tavernen und Unterkünfte, sogenannte „Posadas“ eingerichtet, die den Verkäufern, die von Kastilien nach Madrid gereist waren, Unterkunft boten. Bis heute sind einige dieser Posadas noch vorhanden, obwohl sie nicht mehr ihrem ursprünglichen Geschäft nachgehen. Darunter ist die „Posada de la Villa“, eines der besten kastilischen Restaurants in ganz Madrid. Das „Casa Lucio“ in der Nummer 35 hat seit seiner Eröffnung 1974 unzähligen Gästen, darunter auch dem spanischen König und internationalen Schauspielern, seine berühmten „zerstoßenen Eier“ serviert.

Sobald man die Cava Baja erreicht hat, kann man in der Nummer 6 ein erstes, frisch gezapftes Bier im „Díaz y Larrouy“ zu sich nehmen. Die Spezialität sind gefüllte Paprikaschoten. In der Nummer 24 befindet sich „La Chata“ mit seinem hübsch gefliesten Eingang, in dem man das sonntägliche Glas Bier mit einer Tapa frisch zubereiteter Paella genießt. Typische kanarische Spezialitäten wie kanarischer Käse, Weine aus der Region und kleine Pellkartoffeln mit „mojo picón“ findet man in der Nummer 29, „El Escaldón“. „La Bayuca de la Cava“ in der Nummer 37 wartet mit frischem Wermut vom Fass auf. Ein Geheimtipp für Weinliebhaber befindet sich nur eine Hausnummer weiter: In „El Tempranillo“ lassen sich gerne die Fußballer vom Real Madrid und spanische Schauspieler sehen. Auch die Tapas sind vorzüglich.

Plaza de la Villa

Der Platz Plaza de la Villa ist der am besten erhaltene monumentale Komplex Madrids. Er liegt in der Altstadt in der Nähe der Puerta del Sol und bis vor kurzem befand sich hier die Stadtverwaltung.

Plaza de la Villa
Plaza de la Villa

Er war eines der wichtigsten Zentren des mittelalterlichen Madrids, denn hier entspringen drei Gassen mit primitivem Straßenverlauf: Codo, Cordón und Madrid. Am Platz befinden sich die Hauptfassaden dreier Gebäude von großem historischem und künstlerischem Wert, die in verschiedenen Jahrhunderten erbaut wurden. Das älteste ist Casa y Torre de los Lujanes (15. Jh.) im Gotik- und Mudejarstil an der Ostseite des Platzes. Heute ist hier die Akademie der Moralischen und Politischen Wissenschaften untergebracht. Die zweitältesten Gebäude sind Casa de Cisneros (16. Jh.), ein Palais im plateresken Stil, das das Gelände an der südlichen Seite abschließt, und das barocke Gebäude Casa de la Villa (17. Jh), eine der Niederlassungen der Stadtverwaltung, das an der Westseite des Platzes liegt.

Der Platz erhielt seinen derzeitigen Namen im 15. Jahrhundert. Das fiel zusammen mit der Verleihung des Titels Edle und Loyale Stadt an Madrid durch König Heinrich IV von Kastilien (1425-1474). Anlässlich des dreihundertjährigen Todes des Seemanns Don Álvaro de Bazán (1526-1588) errichtete die Stadt 1888 ein Denkmal zu seinem Gedenken. Es wurde allerdings erst am 19. Dezember 1891 eingeweiht. Seitdem steht es in der Mitte des Platzes, derzeit inmitten eines großen Blumenbeetes.

Mitten im Madrid der Habsburger liegt die Plaza de la Villa, ein zauberhafter Winkel mit besonderem Charme. Auf dem Platz ist eine Statue zu Ehren von Álvaro de Bazán (19. Jh.) zu sehen. Direkt an dem Platz steht die von Juan Gómez de Mora im 17. Jahrhundert entworfene und ursprünglich als Gefängnis genutzte Casa de la Villa. Besonders auffällig sind der große Außenbalkon und die Eingangstüren. Gleich daneben befindet sich die Casa de Cisneros, eine Anfang des 20. Jh. errichtete Nachbildung eines Palastes aus dem 16. Jahrhundert. Im Innern ist vor allem der Tapisserien-Saal mit seiner eindrucksvollen Gobelinsammlung hervorzuheben.

Edificio Metrópolis

Edificio Metrópolis
Edificio Metrópolis

Das Metropolis-Haus (span. Edificio Metrópolis) war der ehemalige Firmensitz einer spanischen Versicherung an der Kreuzung der Calle de Alcalá und der Gran Vía in Madrid, Spanien.
1905 beschloss die Versicherungsgesellschaft La Unión y el Fénix den Bau eines neuen Firmensitzes. Es wurde ein Architektenwettbewerb zwischen spanischen und französischen Architekten ausgeschrieben, den die Brüder Jules und Raymond Février gewannen.

Die Arbeiten begannen 1907 mit dem Abbruch von sieben alten Häusern, um Platz für das neue Gebäude zu schaffen. Der spanische Architekt Luis Esteve finalisierte die Arbeiten 1910 und am 21. Januar 1911 erfolgte die feierliche Eröffnung.

Bemerkenswert sind die fein gegliederte Fassade sowie der Turm mit der Kuppel. Ursprünglich befand sich auf der Kuppel ein Phönix, bis 1972 ein anderes Versicherungsunternehmen namens Metropolis das Gebäude erwarb und den Phönix zugunsten einer geflügelten Victoria entfernte.

Plaza Mayor

Dieser Kolonaden umsäumte Platz stellt das Herz des Habsburger Madrids, der Altstadt und eines der charmantesten Stadteile dar.

Plaza Mayor
Plaza Mayor

Bevor Madrid zu der von großen Alleen durchzogenen Hauptstadt wurde, bestand der Stadtplan aus kleinen Straßen und Gassen, die uns heute in die Zeit der Schwertfechter und Gauner zurückversetzt.

Die Plaza Mayor wurde auf den Grundmauern des ehemaligen Arrabal-Platzes gebaut, auf dem sich Ende des 15. Jh. der meistbesuchte Markt der Stadt befand, als der Hof von Philipp II. nach Madrid zog. 1617 übernahm der Architekt Juan Gómez de Mora die Aufgabe, die Gebäude an diesem Ort einheitlich zu gestalten.

La Casa de la Panadería

Casa de la Panadería auf der Plaza Mayor
Casa de la Panadería auf der Plaza Mayor

La Casa de la Panadería – Das Bäckerhaus – wurde von Diego Sillero um 1590 erbaut, jedoch ist von diesem Gebäude nur der Keller und das Untergeschoss erhalten. Trotz allem stellt es das Modell für alle anderen Gebäude des Platzes dar. Neben den zahlreichen Funktionen, die es inne gehabt hat, ist besonders hervorzuheben, dass es als Hauptbackstube der Stadt diente, die den Preis des Brotes festlegte, damit selbst die Armen es kaufen konnten; als königliche Unterkunft, als Sitz der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando (Königliche Akademie der Schönen Künste) und als Geschichtsakademie. Heute beherbergt das Haus den Sitz der Madrider Fremdenverkehrszentrale. Die Dekoration an der Fassade war nicht immer gleich, sondern veränderte sich im Laufe der Jahre im Zuge der Umbauten und Sanierungsarbeiten. Die Wandmalereien, die heute das Gebäude zieren und ein Werk von Carlos Franco sind, zeigen mythologische Figuren wie die Göttin Cibeles, die mit der Geschichte Madrids verbunden sind.

El Arco de Cuchilleros

Die Brände haben jedoch das Aussehen des Platzes mehrfach verändert. Besonders verheerend war der Brand von 1790. Der Architekt Juan de Villanueva übernahm daraufhin die Rekonstruktion und setzte die Fassade um zwei Niveaus herab, schloss den Platz an seinen Ecken und baute neun Zugangsbögen. Aufgrund seiner Größe ist der Arco de Cuchilleros (Tor der Messerschmiede) der bekannteste. Die malerischen Gebäude dieser Straße erregen durch ihre Höhe und die Neigung der Fassaden große Aufmerksamkeit. Der Name dieses Bogens rührt daher, da sich hier die Werkstätte der Messerschmiede befanden, die die Werkzeuge für die Metzger der Plaza Mayor fertigten, wo auch das Fleischerhaus (Casa de la Carnicería) liegt, das ehemalige Fleisch-Hauptdepot.

Die Statue von Philipp III.

Reiterstandbild Philipps III. auf der Plaza Mayor
Reiterstandbild Philipps III. auf der Plaza Mayor

Das Reiterbild ist eines der wertvollsten Werke der Straßen Madrids. Von Giambologna entworfen und von Pietro Tacca im Jahr 1616 fertiggestellt, bewachte es jahrhundertelang den Eingang zur Casa de Campo. Königin Isabel II. lieh es der Stadt, die beschloss, die Statue auf die Plaza Mayor zu stellen.

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