Sehenswürdigkeiten Madrids

Meinen ersten freien Abend verbringe ich damit, mir die Sehenswürdigkeiten Madrids anzusehen. Vom Hotel aus sind es nur etwa 20 Minuten bis ins Herz der Stadt, der Plaza de Puerta del Sol. Auf dem Weg dahin liegen bereits einige Plätze und Gebäude, die es sich anzusehen lohnt.

Puerta de Alcalá

Die Puerta de Alcalá in der Mitte der Plaza de la Independencia war früher eines der fünf königlichen Tore, die Zugang zur Stadt gewährten. Errichtet wurde das Tor zwischen 1769 und 1778 auf Geheiß von König Karl III. Der von Francesco Sabatini entworfene klassizistische Triumphbogen aus Granit war in Europa der erste seiner Art nach dem Fall des römischen Reichs und Vorläufer des Arc de Triomphe in Paris oder des Brandenburger Tors in Berlin. Er feiert die Ankunft des Monarchen in der Stadt. Das aus Granit errichtete Tor ist 19,5 Meter hoch und besticht durch seine Eleganz und ausgewogenen Proportionen sowie die dekorativen Elemente seiner Fassade. Dazu zählen vor allem Figurengruppen, Kapitelle, Reliefs und Masken.

Puerta de Alcalá
Puerta de Alcalá

Die beiden Fassaden weisen unterschiedliche Verzierungen auf. Die einfacher gestaltete (ursprünglich der Stadt zugewandte) Innenseite stellt die vier Tugenden (Weisheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Stärke) dar. Die vom königlichen Wappen beherrschte, aufwendiger gestaltete Außenseite war denen zugewandt, die auf dem Weg in die Stadt waren.

Der Name des Tors geht auf seine ehemalige Lage an der Straße nach Alcalá de Henares zurück.

Fuente de Cibeles (Springbrunnen am Cibeles-Platz)

Palacio de Cibeles
Palacio de Cibeles

Der 1782 erbaute Brunnen Fuente de Cibeles ist eines der Wahrzeichen Madrids. Der Brunnen liegt mitten auf dem nach ihm benannten Platz an der Kreuzung der Straßen Calle de Alcalá und Paseo del Prado. Ringsum liegen die Gebäude Palacio de Buenavista (Armeehauptquartier), Palacio de Linares (Casa de América), Palacio de Comunicaciones (früher Postzentrale und heute Sitz der Stadtverwaltung) und Banco de España.

Palacio de Cibeles
Palacio de Cibeles

Die beiden vor einen Wagen gespannten Löwen sind ein Werk des französischen Künstlers Robert Michel und stellen die Mythologiegestalten Hippomenes und Atalanta dar. Die Skulptur der Göttin ist das Werk von Francisco Gutiérrez, die beiden Löwen stammen von dem französischen Künstler Robert Michel.

Fuente de Cibeles
Fuente de Cibeles

Der Brunnen war nicht nur ein kunstvolles Denkmal, sondern für die Madrider von Anfang an auch von Nutzen. Er besaß zwei Wasserrohre, die bis 1862 in Betrieb waren. Das eine diente zur Versorgung der offiziellen Wasserträger, die die Häuser mit Wasser belieferten, aus dem anderen bezog die Allgemeinheit ihr Wasser. Das Becken diente als Pferdetränke.

Fuente de Cibeles
Fuente de Cibeles

Banco de España

Banco de España
Banco de España

Die Banco de España ist die Zentralbank Spaniens und Teil des europäischen Systems der Zentralbanken. Sie beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter, davon etwa ein Drittel im Hauptsitz. Dieser befindet sich seit 1891 in einem der symbolträchtigsten Gebäude von Madrid, der die Arbeit spanischer Architekten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts repräsentiert.

Geschichte des Gebäudes

Für den Bau des heutigen Hauptsitzes wurde der Palast des Marquis de Alcañices erworben, der sich in der Calle de Alcalá an der Ecke mit dem Paseo del Prado befindet. Der erste Grundstein wurde am 4. Juli 1884 in Anwesenheit von König Alfons XII. gelegt und das monumentale Gebäude wurde 1891 eingeweiht. Das Gebäude wurde in mehreren Etappen insgesamt vier Mal erweitert. Es verfügt über eine Gesamtfläche von 4.736 Quadratmetern, verteilt auf Erdgeschoss, drei Obergeschosse und vier Untergeschosse.

Im Inneren des Gebäudes

Im Inneren des Gebäudes befinden sich die monumentale „Ehrentreppe“ aus Carrara-Marmor und der Innenhof. Neben der Treppe gibt es eine Reihe prunkvoller Buntglasfenster im symbolistischen Stil, die von der deutschen Firma Mayer in Auftrag gegeben wurden, mit zahlreichen allegorischen Figuren.

Der neue Börsensaal mit einer Höhe von 27 Metern und einer Fläche von rund 900 Quadratmetern markiert eine Abkehr von den klassischen Grundsätzen und weist gewisse Art Decó-Merkmale auf. Diese sind zum Beispiel in der Buntglasdecke oder in der Uhr zu sehen, die sowohl dekorativ als auch funktional in der Mitte des Patios liegt. Erwähnenswert ist auch die Rotunde, die die beiden Gebäude kommuniziert, sowie das außergewöhnliche Gewölbe.

Banco de España
Banco de España

Catedral de Santa Maria la Real de la Almudena

Santa María la Real de La Almudena
Santa María la Real de La Almudena

Die Kathedrale von Madrid im Stadtviertel Madrid de los Austrias hat eine kurze, aber verwickelte Geschichte. Die ersten Pläne wurden 1879 von Francisco de Cubas mit der Idee gezeichnet, die Kirche solle als Grabstätte für die verstorbene Königin Mª de la Mercedes dienen. Der Grundstein wurde 1883 gelegt, aber als Papst Leo XIII 1885 die Bulle verlieh, aufgrund der das Bistum Madrid-Alcalá ins Leben gerufen wurde, entschied man sich, eine Kathedrale zu errichten.

Cubas entwarf daraufhin ein neues Projekt, ehrgeiziger als das vorherige, und er ließ sich von der französischen Gotik des 13. Jahrhunderts, den Kathedralen von Reims, Chartres und León inspirieren. Dieses Projekt, das erstmals eine große romanische Krypta vorsah, war schließlich die Grundlage für den Bau. Die Kathedrale wurde als Votivtempel angelegt, der für das Volk gebaut wurde, aber es kamen nicht genug Schenkungen zusammen und der Bau zog sich hinaus. 1899 starb der Marquis von Cubas und Miguel Olabarría, Enrique Mª Repullés sowie Juan Moya lösten sich mit der Bauleitung ab.

Santa María la Real de La Almudena
Santa María la Real de La Almudena

Die Krypta wurde 1911 eingeweiht, aber die Bauarbeiten mussten während des Bürgerkriegs eingestellt werden. Mit geringen Mitteln wurden sie 1939 wieder aufgenommen. Aber die ästhetischen Kriterien hatten sich geändert, und eine gotische Kathedrale wurde nicht mehr für angemessen gehalten, da sie sich schlecht in die Umgebung einpasste. 1944 gab die Generaldirektion für Schöne Künste eine öffentliche Ausschreibung heraus, um eine neue architektonische Lösung zu finden. Die Bauleitung wurde Fernando Chueca Goitia und Carlos Sidro zugesprochen 1950 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, der Kreuzgang 1955 und die Hauptfassade 1960 fertig gestellt. 1993 konnte die Kathedrale als beendet angesehen werden. Sie wurde von Papst Johannes Paul II auf seiner Reise nach Spanien am 15. Juni 1993 geweiht.

Hier gibt es auch ein Museum, in dem die Schutzheiligen der Stadt aufbewahrt werden: die Virgen de la Almudena und San Isidro Labrador. Der Werdegang der Kirche wird anhand der sieben Sakramente gezeigt.

Palacio Real (Königspalast)

Palacio Real
Palacio Real

Königliche Residenz von der Zeit Karl III. bis Alfons XIII., bietet uns der Madrider Königspalast eine Reise durch die Geschichte Spaniens. Obwohl er von den heutigen Monarchen nicht bewohnt wird, ist er doch die offizielle Residenz der Könige. Zudem kann jetzt auch die prächtige Königliche Küche besichtigt werden, eines der beeindruckendsten und besterhaltenen Beispiele historischer Küchen in europäischen Schlössern.

Lange bevor Madrid zur Hauptstadt Spaniens wurde, baute der Emir Mohamed I. in Magerit (arabischer Name der Stadt) eine Wehranlage um Toledo vor dem Vordringen der Christen zu schützen. Dieses Gebäude wurde zeitweise von den Kastilischen Königen benutzt, bis es im 14. Jahrhundert. zu der später unter dem Namen Antiguo Alcázar bekannten Festung umgebaut wurde. Karl I. und sein Sohn Philipp II. verwandelten die Festung zur permanenten Residenz der Monarchen. Im Jahr 1734 brannte das Gebäude jedoch ab, woraufhin Philipp V. auf den Ruinen den heutigen Palast errichten ließ.

Wenn dieser Auftrag auch anfänglich an Filippo Juvara geht, so ist es sein Schüler Juan Bautista Sachetti, der nach dem Tod des Ersteren die endgültigen Pläne umsetzt. Es vergehen siebzehn Jahre von der Legung des ersten Steins im Jahr 1738 bis zu Fertigstellung des von Philipp V. beauftragten Baus. Karl II., der wegen seiner zahlreichen Umbauten und städtischen Entwicklungsinitiativen auch der “Bürgermeister-König” genannt wurde, war der erste Monarch, der den Palast bewohnte und die Dekoration desselben übernahm. Sein Nachfolger, Karl IV, dem der Spiegelsaal zu verdanken ist, und Ferdinand VII. fügten eine Reihe von dekorativen Gegenständen wie Uhren, Möbel, Kronleuchter und Kandelabern hinzu.

Das an den Plänen von Bernini für den Bau des Louvre de Paris inspirierte Gebäude ist um einen quadratischen Innenhof mit Galerie und Waffenplatz angelegt, an dem sich die Hauptfassade des Palastes befindet. Sowohl die Dekoration der einzelnen Säle wie auch die Raumaufteilung haben sich im Laufe der Zeit verändert und wurden den Bedürfnissen der königlichen Bewohner entsprechend angepasst.

Neben den über 3.000 Räumlichkeiten des Madrider Königspalastes sind besonders bemerkenswert die von Sabatini entworfene Haupttreppe mit mehr als 70 Stufen, der Thronsaal mit einer von Tiépolo bemalten Decke, der Alabarderos-Saal (der Königlichen Garde), der von Karl III. in einen Wachraum umgebauten Tanzsaal, das Gasparini-Räumchen mit seiner profunden Pflanzenornamentik, die königliche Apotheke – in der Schränke für Heilkräuter, Keramikgefäße, Glasgefäße aus La Granja und sogar Rezepte für die Königsfamilie erhalten sind −, sowie die Königliche Kapelle, zu der eine Sammlung von Streichinstrumenten des legendären Antonio Stradivari gehört.

Die Königliche Waffensammlung und die Bildergalerie

Die Real Armería des Königspalastes gilt als einer der wichtigsten Sammlungen ihrer Art. In ihr sind Waffen und Rüstungen der spanischen Könige und anderer Familienmitglieder seit dem 13. Jahrhundert erhalten. Die Bildergalerie zeigt einige wichtige Schätze des nationalen Erbes wie Die Jungfrau mit dem Kinde von Luis Morales, das Porträt von Isabel der Katholischen von Juan de Flandes und Salome mit dem Kopf von Bautista vom Caravaggio. Velázquez, Goya, Federico Madrazo oder Sorolla sind weitere Maler, die hier vertreten sind.

Die königliche Küche

Die bis heute erhaltene Küche des Königspalasts ist in Punkto Größe, Zustand der Einrichtungen sowie Interesse und Umfang ihrer Ausstattung ein hervorragendes Beispiel für die historische Küche einer europäischen Königsresidenz. Die Räumlichkeiten mit ihren gänzlich erhaltenen historischen Einrichtungen erstrecken sich über einen ganzen Seitenkomplex des ersten Untergeschosses. Zwischen 1861 und 1880 ließen Isabella II. und Alfons XII. einen Großteil davon renovieren.

Nach einer Komplettsanierung der Räume und Ausstellungsstücke ist die Küche seit 17. Oktober 2017 für Besucher geöffnet.

Am Königspalast findet jeden Mittwoch (außer im Juli, August und September und an jenen Tagen, an denen ein offizieller Akt gefeiert wird oder die Wetterbedingungen es nicht zulassen) die Wachablösung statt.

Iglesia de San Ginés

Parroquia de San Ginés
Parroquia de San Ginés

Die Kirche von San Ginés befindet sich in der Calle Arenal und ist dem französischen Heiligen Genès d’Arles gewidmet. Sie ist eine der ältesten Kirchen Madrids, die nach einem Entwurf von Juan Ruiz 1645 an der Stelle einer vermutlich mozarabischen Kapelle erbaut wurde.

Die Ziegel- und Ziegelfassade stammt aus dem Jahr 1870, war aber ursprünglich neo-plateresk. Nachdem sie während des spanischen Bürgerkriegs zerstört worden war, wurden die dekorativen Elemente im Zuge der Restaurierungsarbeiten nach dem Krieg entfernt. Die gewölbte Eingangshalle öffnet sich zu einem Innenraum mit drei Schiffen und Seitenkapellen, einschließlich der Santísimo Cristo-Kapelle.

Die Kirche San Ginés besitzt ein beeindruckendes künstlerisches Erbe. Das wichtigste ist das Gemälde „Reinigung des Tempels“ von El Greco (ein Maler griechischer Herkunft namens Domínikos Theotokópoulos).

Puerta del Sol

Puerta del Sol
Puerta del Sol

Die zentral gelegene, belebte Plaza de la Puerta del Sol ist eines der Wahrzeichen Madrids. Auf diesem halbkreisförmigen Platz fließen mehrere historische und stark befahrene Straßen zusammen: Mayor, Arenal, Alcalá und Preciados. Hier stehen auch einige der repräsentativsten Symbole der Stadt.

Casa de Correos auf der Puerta del Sol
Casa de Correos auf der Puerta del Sol

Eins ist die berühmte Uhr an der Casa de Correos (dt. Postamt), Sitz der Stadtverwaltung Madrids, die jeden Silvesterabend mit zwölf Glockenschlägen das Neue Jahr einläutet. Zu ihren Füßen versammeln sich große Menschenmengen, die die traditionellen zwölf Weintrauben zu sich nehmen. Die gesamte Veranstaltung wird über das Fernsehen übertragen und von Millionen Spaniern in der ganzen Welt mitverfolgt.

Casa de Correos auf der Puerta del Sol
Casa de Correos auf der Puerta del Sol

An derselben Stelle, vor der Eingangstür zur Casa de Correos, befindet sich der Null-Kilometerstein, der die Hauptnationalstraßen Spaniens, die sich sternförmig von Madrid aus über das gesamte spanische Festland erstrecken, anzeigt, und wo sich viele in- und ausländische Touristen fotografieren lassen. An der Puerta del Sol steht auch die Statue El Oso y el Madroño (dt. Der Bär und der Erdbeerbaum), ein beliebter Treffpunkt, an dem sich auch das Stadtwappen befindet.

Gegenüber, an der Calle Arenal, steht die Statue Mariblanca, eine Nachbildung des Originals aus dem 17. Jahrhundert, die ursprünglich einen Brunnen, der sich hier befand und der heute in der Casa de la Villa steht, krönte. Ganz in der Nähe, auf der Mitte des Platzes, steht die Reiterstatue von König Karl III., der im 18. Jahrhundert die Infrastruktur der Stadt entscheidend verbessern ließ.

Reiterstatue von König Karl III. auf der Puerta del Sol
Reiterstatue von König Karl III. auf der Puerta del Sol

1936 ließ die Bodega González Byass aus dem andalusischen Jerez auf dem Dach des Hauses Puerta del Sol Nummer 1 eine Reklame für seinen Sherry Tío Pepe installieren. Sie überlebte den Bürgerkrieg und wurde um das berühmteste Element erweitert: die Sherry-Flasche mit Cordobeserhut, Bolerojäckchen und Gitarre.

Leuchtreklame Tio Pepe an der Puerta del Sol
Leuchtreklame Tio Pepe an der Puerta del Sol

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