Takua Pa, „Camel Adventure Trophy“ und Elefantencamp

Für den zweiten Ausflug orientieren wir uns nach Norden in Richtung Khao Sok Nationalpark und Takua Pa.

Takua Pa (ตะกั่วป่า)

Takua Pa hat heute als Verwaltungssitz des Landkreises Amphoe Takua Pa eine gewisse Wichtigkeit für die Region, mit diversen Verwaltungsgebäuden, einem regionalen Krankenhaus sowie als Verkehrsknotenpunkt zwischen Phuket und Ranong. Die Stadt liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Khao Lak und hat ungefähr 8.600 Einwohner.

Bereits im ersten Jahrtausend war die Gegend ein Zentrum des Handels zwischen China und dem Mittleren Osten, wie Ausgrabungen bei Ko Kho Khao zeigen.

Ursprünglich hieß die Stadt Takola (ตะโกลา) und war eine der historischen Stadtstaaten (Mueang), deren Wurzeln im 13. Jahrhundert im Reich von Srivijaya liegen. Später wurde sie in Takua Pa umbenannt, weil in der Nähe reiche Bleivorkommen gefunden wurden. Takua ist das thailändische Wort für Blei, obwohl eigentlich die Zinnvorkommen historisch wichtiger waren. Mitte des 19. Jahrhunderts blühte der Handel mit Zinn. Auf Grund der Bedeutung als Handelszentrum mit China, England und Portugal sowie den reichhaltigen Zinnvorkommen siedelten sich dort viele chinesische Arbeiter und Händler an. Diese integrierten sich nach und nach in die Gesellschaft, behielten aber einen Teil ihrer Traditionen bis heute bei.

Besonders deutlich wird der chinesische Einfluss in Sri Takua Pa, einer kleinen Stadt, die um die Jahrhundertwende entstand und mit dem Niedergang des Zinnhandels in Vergessenheit geriet.

Rundgang durch die Altstadt von Sri Takua Pa

Sri Takua Pa liegt gut sieben Kilometer außerhalb von Takua Pa. Die Stadt ist nicht sonderlich groß und auf den ersten Blick ein verschlafenes Provinznest abseits des Tourismus. Auch hier gehen wir – wie üblich – zunächst einmal über den Markt.

Markt in Sri Takua Pa - Altstadt
Markt in Sri Takua Pa – Altstadt

Bei solchen Angeboten weiß man wenigstens noch, woher die Lebensmittel stammen.

Auf dem Markt in Sri Takua Pa - Altstadt
Auf dem Markt in Sri Takua Pa – Altstadt

Der eigentliche Reiz der Stadt liegt jedoch in ihrer authentischen Altstadt, die mit ihren Shophäusern und Arkaden zum Bummeln, Entdecken und Fotografieren einlädt.

Sri Takua Pa - Altstadt
Sri Takua Pa – Altstadt

Historisch bedingt ist die Altstadt chinesisch geprägt mit alten portugiesischen Kolonialhäusern, die in überwiegend in schlechtem Zustand sind. Aber die Einwohner, viele Alte und Versehrte, sind sehr freundlich und haben noch nicht oft Touristen gesehen. Wir sind nun in der Nebensaison dort und erleben eine nahezu ausgestorbene Stadt.

Sri Takua Pa - Altstadt
Sri Takua Pa – Altstadt

Aber so können wir uns auch völlig ungestört und in aller Ruhe umschauen und fotografieren. Am Ende des Rundgangs durch die Altstadt kommen wir noch zu einem Schrein im chinesischen Stil. Es ist der Sin Chai Tueng Shrine (ศาลเจ้าซินใช่ตึ๋ง), der teils mit traditionellen Motiven und modernen Elementen verziert ist.

Bald darauf überfallen uns jedoch ein Hungergefühl und noch mehr Durst bei der Hitze. Also suchen wir uns ein Restaurant oder eine Garküche, die am frühen Vormittag bereits geöffnet hat. Was gar nicht so einfach ist, da ja kaum Leute hier wohnen und deshalb fast alle Geschäfte für immer geschlossen sind. Schließlich finden wir ein geöffnetes Restaurant. Wir nehmen all unseren Mut zusammen und setzen uns an einen freien Tisch, den uns ein netter älterer chinesisch aussehender Mann mit einer freundlichen Geste zuweist. Die Verständigung ist schwierig. Wir versuchen es vergeblich auf Englisch, während er auf Thai oder sogar Chinesisch mit uns kommunizieren möchte. Schließlich helfen international verständliche Gesten mit den Händen, Essen und Trinken zu bestellen.

Wir sind überrascht, als eine Platte mit vielen verschiedenen Köstlichkeiten auf unseren Tisch wandert. Dazu gibt es frisch zubereiteten Eistee. Es ist ein wahres Festmahl, nach dem wir gern ins Suppenkoma verfallen würden. Doch als die Rechnung kommt, sind wir komplett platt. 130 Baht (= 3 Euro!!) für Essen und Trinken für vier Personen. Das ist geradezu lächerlich günstig. Ich frage mich, wie bei dem Preis noch etwas für den Restaurantinhaber übrig bleibt.

Später, als wir zurück im Hotel sind, finde ich den Namen des Restaurants heraus. Das Coffeychay wird uns auf jeden Fall immer in sehr guter Erinnerung bleiben.

Markt in Takua Pa

Nach dem Altstadtbesuch fahren wir zurück nach Takua Pa, um uns den Markt anzusehen. Hier ist es sehr authentisch weil kaum von Touristen besucht. Wir werden freudig begrüßt und die Kinder mit offenen Armen empfangen. Die Preise sind ebenso authentisch. Alles kostet nur etwa ein Drittel von dem in Khao Lak.

Auf dem Markt in Takua Pa
Auf dem Markt in Takua Pa

Das Warenangebot auf dem Lebensmittelmarkt spiegelt die üppige Landwirtschaft der Provinz wider. Im hinteren Teil des Marktes gibt es natürlich auch Souvenirs, Kleidung, Schmuck und andere schöne Dinge.

Fisch auf dem Markt in Takua Pa
Fisch auf dem Markt in Takua Pa
Fleisch auf dem Markt in Takua Pa
Fleisch auf dem Markt in Takua Pa
Gemüse auf dem Markt in Takua Pa
Gemüse auf dem Markt in Takua Pa

Camel Adventure Trophy

Auf der Weiterfahrt von Takua Pa in Richtung Süden auf der Suche nach einem Elefantencamp, das sich auf dem Weg befinden soll, überkommt mich der Wunsch nach Abenteuer und ein bisschen „Patina“ auf dem Auto. Also suche ich mir eine Stelle abseits der Straße, die nach feuchtem, losem Untergrund aussieht. Eine Art alter Steinbruch ist schnell gefunden mit rötlich-brauner Erde, in einer Ecke steht eine Pfütze. Also nichts wie rein mit dem Wagen, schnell am Lenkrad gekurbelt, um auch mit Schwung um die Kurve zu kommen. Doch schon bewegt sich nichts mehr. Weder vor noch zurück. Wir stecken fest. Im Schlamm der gar nicht so flachen Pfütze.

Meine persönliche Camel Adventure Trophy
Meine persönliche Camel Adventure Trophy

Erst versuchen wir, uns rückwärts zu befreien. Aber das Auto hat sich förmlich wie ein Saugnapf mit dem Unterboden auf dem Schlamm festgesaugt. Ich suche in der Umgebung nach Palmenblättern bzw. Zweigen oder irgendetwas, dass ich unter die angetriebenen Räder klemmen kann, damit diese irgendwie Halt auf dem schlammigen Untergrund finden. Doch auch das schlägt fehl. Mittlerweile stehe ich bis zu den Knien im Schlamm und das Auto hat die gewünschte Patina. Und so habe ich nun meine ganz eigene „Camel Adventure Trophy“. Zum Glück bleibt auch der Rest der Familie ruhig.

Nach weiteren glücklosen und verzweifelten Versuchen, das Auto frei zu bekommen, gehe ich vor zur Straße, um jemanden anzuhalten. Doch auf dieser gottverlassenen Nebenstrecke sind nicht nur nicht keine Touristen unterwegs. Sondern auch kaum Einheimische. Das einzige vorbeifahrende Auto hält leider nicht an, als ich winke. Also probiert es meine Frau. Und siehe da, schon hält ein freundlicher Thai mit seinem Pick-up und hilft uns. Nach einigem Hin und Her mit einem Seil, das zwischendurch auch noch reißt, kann er uns aus dem Matsch ziehen. Wir sind heilfroh und sehr dankbar, als wir weiterfahren können.

Phang Nga Elephant Park

Das Elefantencamp Phang Nga Elephant Camp finden wir schließlich auch noch. Eintritt kostet es nicht. Es liegt allerdings ein wenig abseits der Hauptstraße idyllisch inmitten eines ursprünglich wirkenden Urwalds.

Im Phang Nga Elephant Camp
Im Phang Nga Elephant Camp

Es wird auch Elefantenreiten angeboten, was wir auf keinen Fall machen. Wir sehen uns lieber um und beobachten, wie die Tiere untergebracht sind, wie mit ihnen umgegangen wird.

Im Phang Nga Elephant Camp
Im Phang Nga Elephant Camp
Auge eines Elefanten im Phang Nga Elephant Camp
Auge eines Elefanten im Phang Nga Elephant Camp

Für 500 Baht (= 13 Euro) hat man die Möglichkeit, einen großen Korb Bananen zum Füttern zu kaufen.

Fütterung der Elefanten im Phang Nga Elephant Camp
Fütterung der Elefanten im Phang Nga Elephant Camp

Schließlich entdecken wir auf dem Gelände ein kleines, wirklich süßes Elefantenbaby. Es sieht aus, als wäre es frisch geschlüpft. Vor allem die Haare auf dem Kopf sehen sehr weich aus wie feine Enten- oder Gänsedaunen. Doch sie sind tatsächlich schon so starr wie Stroh oder feine Kunststoffborsten. Aber er oder sie ist echt niedlich. Das hat uns schon ziemlich beeindruckt, mal ein Elefantenbaby aus nächster Nähe zu sehen. Hinterher erfahren wir, dass es gerade einmal zehn Tage alt gewesen sein soll, als wir es sehen.

Babyelefant im Phang Nga Elephant Camp
Babyelefant im Phang Nga Elephant Camp

Irgendwann verlassen wir den kleinen Racker und begeben uns auf die Suche nach dem Turtle Conservation Center. Leider finden wir es nicht, dafür aber den Pier, von dem die Schiffe zu den Similan Inseln ablegen.

Pier der Schiffe zu den Similaninseln in Lam Kaen, Thai Mueang District,
Pier der Schiffe zu den Similaninseln in Lam Kaen, Thai Mueang District

Unsere Route und Ziele zu diesem Ausflug

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