Typisch Japan?! – Teil 1

Ich bin jetzt seit gut zweieinhalb Wochen in Japan. Viele Dinge funktionieren genauso wie in unserer Kultur, aber einige Regeln oder Verhaltensweisen sind typisch für Japan und ganz anders, als wir es kennen. Zum Beispiel folgende:

Wenn die Feuerwehr mit Blaulicht und Martinshorn vorbeifährt, ertönt zusätzlich folgende Ansage (sinngemäße Übersetzung): „Entschuldigen Sie bitte, gehen Sie bitte aus dem Weg. Entschuldigen Sie bitte, dass wir Ihnen so viel Arbeit machen.“ Mit dem letzten Satz beginnen oft auch Emails japanischer Geschäftspartner.

Ein Polizist regelte heute Morgen den Verkehr an einer großen Kreuzung mit funktionierender Ampel. Aber warum mag sich der geneigte Gaijin da denken oder einfach nur häh? Aber irgendwie müssen ja all die Japaner beschäftigt werden. Und wenn es nur so etwas wie der Bahnhofsputz ist.

Oder nehmen wir Pachinko.

Pachinko ist eine Mischung aus Geldspielautomat und senkrechtem Arcade-Spiel, das hier total populär ist. An beinahe fast jedem größeren Bahnhof stehen teils mehrgeschossige Pachinkohallen, die ein bisschen was vom Vorhof zur Hölle haben. Zumindest was die Lautstärke angeht.

Eine Pachinko-Hölle. Der Lärmpegel ist unbeschreiblich.
Eine Pachinko-Hölle. Der Lärmpegel ist unbeschreiblich.

Oder die gefühlt alle 50 Meter stehenden Getränkeautomaten. Davon muss es nach meiner groben Schätzung zehntausende in der Stadt geben, die auch noch von mehreren verschiedenen Firmen betrieben werden. Wie um alles in der Welt behalten die den Überblick, welche Automaten aufgefüllt werden müssen? Oder werden die tatsächlich alle der Reihe nach abgefahren?

Metro in Tokio – Voll oder doch noch nicht ganz?!

In der Metro stehen an jeder Station an den Bahnsteigen mehrere Bahnangestellte in Uniform und mit weißen Handschuhen, die mit ausladenden Gesten anzeigen, aus welcher Richtung die Bahn einfährt. Als ob man das nicht selbst sehen würde.

In der Metro kann es voll werden. Vor allem zur Rush Hour
In der Metro kann es voll werden. Vor allem zur Rush Hour

Zur rush hour kann es in der Metro schon mal voll werden. Aber das ist kein Problem, denn auch in der vollsten Bahn ist immer noch Platz für den ein oder anderen Passagier. So wird reingequetscht was passt, bis sich die Fahrgäste ihre Nasen an den Türen platt drücken. Aber das wird alles mit einer stoischen Ruhe hingenommen, so dass man sich unweigerlich anpasst und selbst ruhiger wird. Ich glaube, ich bin auch deshalb so total ausgeglichen hier. Denn es wird alles dem in der Gesellschaft tief verankerten Harmoniebedürfnis untergeordnet. Das schränkt vielleicht den ein oder anderen in seiner freien Selbstentfaltung ein, aber immerhin funktioniert so das Zusammenleben von so vielen Menschen auf so wenig Raum.

Fahrräder werden nicht angeschlossen. Warum auch, es klaut sie ja eh keiner. Gepflegt werden sie auch nicht. Da quietschen trockengelaufene Ketten nur so vor sich hin, dass es einem wirklich leid tut.

Mülltrennung auf japanische Art

Müll wird getrennt nach brennbar und nicht brennbar. Sehr einfaches, leicht zu verstehendes Konzept. Der nicht brennbare Müll wird anscheinend zur Landgewinnung genutzt. Das erklärt auch die deutlichen Zuwächse in der Tokioter Bucht.

Mülltrennung auf jaoanische Art. Sehr einfaches System.
Mülltrennung auf japanische Art. Sehr einfaches System.

KitKat mit Wasabigeschmack. Erinnert mich an die Szene aus Cars 2, in der Huck großzügig Wasabieis in sich reinschaufelt und dann beinahe einen Springbrunnen leer trinkt. Aber nicht nur Wasabi mit Schokolade ist typisch für Japan. KitKat gibt es hier in ca. 12 verschiedenen Geschmacksrichtungen, darunter zum Beispiel auch so eine Art Käsekuchen.

KikKat mit Wasabigeschmack?!
KitKat mit Wasabigeschmack?!