Was habe ich nur getan?

Oh mein Gott! Was habe ich nur getan? Warum musste ich ausgerechnet Japan als Ziel eines Praktikums aussuchen? So weit entfernt von meiner geliebten Familie und meinen Freunden. Hätte es nicht Frankfurt oder irgendetwas in der Nähe sein könne. Das vertraut ist, wo man sich zurecht findet. Und man nur mit der Umstellung auf neue Aufgaben und neue Kollegen konfrontiert ist.

Tja, jetzt ist es auch zu spät. Jetzt bin ich allein in Tokyo. Einem fremden Land. Wahrscheinlich dem fremdesten Land der Welt. Ohne jemanden Vertrauten, mit dem man seine Erfahrungen und Eindrücke teilen kann. Den man um Rat fragen oder auch mal an die „Front“ (am Bahnschalter, im Restaurant) schicken kann, wenn man selbst mal keine Lust hat oder nicht kann. Das fehlt mir gerade. Ich vermisse meine Familie. Und ich habe starkes Heimweh – wie noch nie.

Immerhin stimmt das Arbeitsumfeld. Die Aufgaben sind spannend und abwechslungsreich und das Team ist super nett. Das hilft schon mal über den Tag.

Aber die fremde Schrift und die vielen zu beachtenden Verhaltensweise machen mir gerade am meisten zu schaffen. Neben der Zeitumstellung. Aber beim Thema Jetlag habe ich tatsächlich Hoffnung, dass sich das über die nächsten Tage gibt. Bei den anderen Dingen bin ich mir da nicht so sicher. Ich bin überrascht, dass in einer Stadt wie Tokyo nicht mehr auf Englisch ausgeschildert bzw. beschriftet ist. Siehe die Speisekarte in einem traditionellen japanischen Restaurant.